Hussitenfest Bernau 2017: Abzockvorwürfe und ein Polyp!

Fahrgeschäfte wie "Der Polyp" laden wieder zahlreiche Familien auf das Hussitenfest in Bernau bei Berlin ein.
 
Bereits am Freitagabend füllte sich die Rummelwiese, später wurde es noch voller.
Update 10. Juni, 23.45 Uhr: Zwischenfall am "Break Dance" - HIER lesen.

BERNAU BEI BERLIN - Das 26. Hussitenfest ist eröffnet. Auch an diesem Wochenende ist - wie alle Jahre - das Programm ziemlich ähnlich. Die Parkplatzsituation bleibt eine Katastrophe - so wie auch die Eintrittspreise für den Mittelaltermarkt. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung sprach dazu mit Marcel Adler exklusiv über Umfragebögen von Besuchern, deren Wünsche die Stadt scheinbar ignoriert.

Die Stadt Bernau bei Berlin mag es altbewährt: Zum 26. Mal lädt sie zum traditionellen Hussitenfest ein - und das Programm liest sich wie jedes Jahr fast identisch. Wie immer hat die Stadt auch in diesem Jahr keine Parkplatzlösung. Die Innenstadt ist bis Samstagmittag komplett gesperrt, die Anwohner trotz Bewohnerausweis ohne Stellplatz. Berliner sollten die Bahn nutzen und genügend Kleingeld dabei haben. Denn der Mittelaltermarkt auf der Wiese kostet auch in diesem Jahr wieder Eintritt.

Werden Bürgerwünsche ignoriert?


Dabei macht die Stadt seit Jahren Umfragen. So sollen vorwiegend Azubis aus dem Innendienst und der Stadtbibliothek losgeschickt worden sein und in den letzten Jahren Besucher befragt haben. Wie uns eine Mitarbeiterin (Person namentlich dem Autor bekannt!) der Stadtverwaltung weiter vertraulich verriet, sagten die meisten Befragten immer wieder, sie wünschen sich endlich einen kostenlosen Mittelaltermarkt (Festpark). Das passte der Stadt mutmaßlich gar nicht. Weder Ex-Bürgermeister Hubert Handke (CDU), noch der aktuelle Bürgermeister André Stahl (Die LINKE) scheinen den Umfragebögen wirklich Beachtung geschenkt zu haben. Denn warum werden am Samstag und Sonntag wieder 6 Euro pro Person fällig, ermäßigt 3 Euro? Die Familienkarte kostet ebenfalls mit 15 Euro nicht wenig. Selbst wer den Festpark kurzweilig verlässt, muss erneut bezahlen (wenn man wieder rein will), so die Sicherheitsfirma auf Nachfrage vor Ort. Einwohner und Besucher aus "ärmeren" Verhältnissen können sich also auch in diesem Jahr wieder keinen Besuch auf dem Mittelaltermarkt leisten. Hinter vorgehaltener Hand spricht die Mitarbeiterin von bewusster Abzocke. "Es gibt noch zu viele Leute, die ohne Murren bezahlen, damit sie ihr Honig Met kaufen können." Den kriegt man übrigens auch außerhalb vom Festpark. Nur deswegen braucht dieses Jahr keiner Eintritt berappen.

Rummel super, aber nicht günstig


Dafür bleibt die Rummelwiese kostenfrei in Sachen Eintritt. Auf der ist's auch nicht billig. 3,00 für eine Fahrt Autoscooter - noch akzeptabel. Riesenrad für bis zu 3,50 Euro pro Person und 5 Euro für 5 Minuten Jumping ist schon ordentlich. Die Bratwurst zwischen 2,50 und 3,50 Euro schmeckt aber sehr gut. Lobenswert: Veranstalter Laubinger, der übrigens auch die Weihnachtsmärkte in Berlin seit Jahren betreut, hat an Große und Kleine gedacht. Die Auswahl der Fahrgeschäfte bietet für alle Altersgruppen Spaß. Eine Bühne und Tanzfläche ist wie im letzten Jahr dabei, so dass heute Abend Disco angesagt ist. Laubinger hat außerdem Sitzgelegenheiten vor den Fahrgeschäften organisiert. Praktisch, denn so kann man einfach auch mal zuschauen, wie sich andere durchschütteln lassen.

Lustiges Personal beim "Der Polyp"


Beim "Polyp" sorgen die Schausteller für viel Spaß, in dem sie die Leute in den Wagen zusätzlich eine Drehung verpassen. Reporter Marcel Adler wurde speiübel. Eine Fahrt hat gereicht, fast 6 Minuten ging die "Quälerei". Die Jugend fand es irre witzig. Beim Jumper können auch kleine Kids schon hoch in die Lüfte springen. Und bei Klassikern wie Breakdance oder einer Riesenschaukel dürfen die Mutigen an ihre Grenzen gehen. Bitte nix vorher essen!

Sicherheitskonzept wird sichtbar


Aus Sicherheitsgründen sind Glasflaschen auf dem Gelände nicht erlaubt. PET-Flaschen (Babysaft) für Kleinkinder waren kein Problem für die Security. Ebenfalls habe man gemeinsam mit der Polizei das Sicherheitskonzept überarbeitet. Der Autor hat fast überall die Security zu zweit präsent gesehen. Um das Festgelände fuhr die Polizei regelmäßig in Schrittgeschwindigkeit vorbei und wäre im Notfall sofort ansprechbar oder bei einem Notruf vor Ort gewesen.

"Hussitenfest in Bernau" noch bis 11. Juni 2017 - erreichbar mit dem RB 24 (ab Ostkreuz, Lichtenberg oder Hohenschönhausen), S2 bis S-Bahnhof Bernau. Die Parkplatzsituation ist überaus schlecht. Achtung: An der Bahnhofspassage sind nur 3 Stunden erlaubt. Der Betreiber "Fair Parken" verteilt sonst Vertragsstrafen von mindestens 19,90 Euro!
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