Musikschulgebäude soll nach der bekannten Rockmusikerin benannt werden

Friedrichshain. Der Standort der Musikschule in der Zellestraße 12 soll künftig nach Tamara Danz benannt werden.

Diesen Antrag wollte die Fraktion Bündnis90/Grüne am 2. Juli in die BVV einbringen. Weil die Sitzung wegen der Ereignisse rund um die Gerhart-Hauptmann-Schule ausfiel, war das nicht möglich und wird deshalb wohl erst beim nächsten geplanten Termin am 27. August passieren.

Begründet wird der Vorstoß mit der Beziehung von Tamara Danz (1952-1996) zur Friedrichshainer Musikschule. Die spätere Frontfrau der Gruppe "Silly" hat wie viele andere bekannte DDR-Musiker dort zwischen 1974 und 1977 ihre Ausbildung absolviert. Seit 1959 gab es zunächst eine Abteilung für Tanzmusik aus der sich später der Fachbereich Rock und Pop entwickelte.

Rund 90 Prozent aller ostdeutschen Künstler in der Pop und Unterhaltungsmusik haben in den 1960er und 70er Jahren diese "Kaderschmiede" durchlaufen. Unter ihnen waren zum Beispiel auch Dieter Birr ("Maschine") und weitere Mitglieder der Puhdys, Toni Krahl und Fritz Puppel von City oder auch der spätere Entertainer Wolfgang Lippert. 1981 wurde der Ausbildungsgang aus politischen Gründen geschlossen. Die SED-Funktionäre bemängelten, dass dort nur musikbezogener Unterricht, aber keine politischen Fächer wie an einer Hochschule angeboten werden.

Tradition fortgeführt

Inzwischen hat die Musikschule an diese traditionsreiche Vergangenheit angeknüpft. Denn im November 2010 wurde in der Zellestraße der Fachbereich Rock und Pop wiedereröffnet. Auch deshalb passe die Würdigung gut, finden die Grünen. Sie verweisen außerdem auf das Engagement von Tamara Danz in der Wendezeit. Die Sängerin gehörte unter anderem zu den Erstunterzeichnern einer Resolution von DDR-Künstlern, die eine Zulassung oppositioneller Gruppen und politische Reformen gefordert hatte. Der Umbenennung wäre deshalb gerade auch zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im November "ein deutliches Zeichen."

Mit dem Antrag werden sich wahrscheinlich zunächst der Kulturausschuss und die Gedenktafelkommission beschäftigen.


Thomas Frey / tf
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