Freudenberg-Areal: Kontaminierter Boden wird abgetragen

Baustelle mit Planen. Das Freudenberg-Grundstück von der Holteistraße aus gesehen. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Auf dem Freudenberg-Areal finden inzwischen Aushubarbeiten statt. Wie mehrfach berichtet, soll dort ein neues Wohnquartier entstehen.

Um einen Teil der Baustelle an der Süd- und Westseite des Grundstücks entlang der Boxhagener und Holteistraße ist derzeit aber eine weiße Plane angebracht, die den Blick versperrt - was sofort für Irritationen sorgte.

Zum Beispiel bei Hans-Jürgen Schwebke, der die Berliner Woche über die Absperrung informierte. Er erinnerte sich in diesem Zusammenhang an ein mehr als 20 Jahre zurückliegendes Gespräch mit einer alten Frau aus dem Kiez. Sie hatte ihm damals erzählt, dass während des Zweiten Weltkriegs auf dem Firmengelände auch Zwangsarbeiter schuften mussten. Von denen seien einige gestorben und dort verscharrt worden, behauptete sie und beklagte sich darüber, dass das verschwiegen wird.

"Ich konnte mir das nicht vorstellen und dachte, die Frau muss sich im Gebiet geirrt haben", schreibt unser Leser Jürgen Schwebte. Als er aber jetzt die Plane sah, erinnerte er sich wieder an diese Geschichte - zumal ihm auch noch auffiel, dass die Bauarbeiter an dieser Stelle nicht mit großem Gerät, sondern mit Händen und Schaufeln am Werk sind. Wurde etwa auf dem Grundstück etwas entdeckt, was dort nicht erwartet wurde? "Nein", sagt Henning Hausmann, Sprecher des Investors, der Firma Bauwert. Der Sichtschutz habe einen ganz anderen Grund. "Der Boden ist dort teilweise kontaminiert, was aber schon vorher bekannt war." Er werde derzeit abgetragen. Andere überraschende oder gar grausame Funde gebe es nicht. Darüber hinaus verwies Hausmann auf die Website seines Unternehmens zum Projekt, wo unter der Adresse www.freudenberg-areal.de der Bauablauf dokumentiert werde.

Dass bei Unternehmen, die während des Zweiten Weltkriegs auf dem Grundstück produzierten, Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, ist aber richtig. Namentlich gilt das vor allem für die Deutschen Kabelwerke, die auch in verschiedenen Dokumentationen zu diesem Thema aufgeführt sind.


Thomas Frey / tf
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