rbb-Moderator Raiko Thal in der Kritik: Interview irreführend?

Raiko Thal moderiert unter anderem rbb Aktuell um 21:45 Uhr sowie in Vertretung auch die Berliner Abendschau. (Foto: rbb/Jenny Sieboldt)

BERLIN - Der rbb-Moderator Raiko Thal wurde für ein Interview mit der Sprecherin vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft öffentlich kritisiert. Tatsächlich hat der Journalist die Bedingungen der Elemantarversicherung nicht einmal kritisch hinterfragt. Es entstand dadurch der Eindruck, jeder könnte Hochwasserschutz kriegen.

Am 26. Juli 2017 zeigte rbb-Aktuell in seiner Spätausgabe die Folgen vom Hochwasser nach dem Dauerregen. Auch Berliner aus den Mäckeritzwiesen in Tegel wurden in ihren teilweise überfluteten Wohnungen vom rbb interviewt. Der Dauerregen hat auch Brandenburg, z.B. Leegebruch, schwer getroffen. Wer keine Elementarschäden in der Hausratversicherung abgesichert hat, bleibt auf seinen Schaden meist sitzen.

Sparen sich Verbraucher den Schutz?

Im Anschluss des Filmbeitrags gab es deshalb laut dem Magazin Blastingnews ein Gespräch mit der Sprecherin vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV), Kathrin Jarosch. Die Nachrichtenseite kritisierte, dass in dem Interview der Eindruck durch Raiko Thal entstand, dass Verbraucher aus Kostengründen eine Elementarversicherung häufig meiden würden.

Risikobewertung wurde verschwiegen

Blastingnews warf Thal vor, nicht einmal den Unterschied zwischen Elementar und Hausrat verstanden zu haben, was zumindest an der Fragestellung so wirkte. Der größte Vorwurf galt aber dem Fakt, dass der Moderator nicht einmal kritisch hinterfragte, warum Versicherungskonzerne Elementarabsicherungen immer häufiger ablehnen. Tatsächlich wurde die Risikobewertung nicht angesprochen. Frau Jarosch vom GdV suggeriete eher, dass man einfach nur den Versicherungsschutz bei seinem Versicherungsfachmann anpassen brauche.

Interview mit GdV war "irreführend"

Nicht erwähnt wurde in diesem Zusammenhang, dass betroffene Berliner und Brandenburger, die in Hochwasser-Gebieten (z.B. Leegebruch, Mäkeritzwiesen usw.) den Schutz wirklich benötigen, eine Elementarabsicherung so gut wie nie erhalten. Denn sie fallen regelmäßig durch die Risikoprüfung. Raiko Thal hätte als Journalist bei diesem wichtigen Punkt nachhaken müssen. Das Interview bezeichnete das Onlinemagazin daher als irreführend und schlechten Journalismus.
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