Sonntagstraße soll nach Motörhead-Sänger heißen

Lemmy-Kilmister- statt Sonntagstraße. Das fordern Fans des Motörhead-Sängers. (Foto: KiezApp Friedrichshain)
Berlin: Sonntagstraße |

Friedrichshain. In Schöneberg trommeln seit dem Tod von David Bowie Fans dafür, dass die Hauptstraße den Namen ihres Idols bekommt. In Friedrichshain gibt es ähnliche Aktivitäten, um eine Rockgröße auf diese Weise zu würdigen.

Hier geht es um Lemmy Kilmister, dem Sänger der Band Motörhead. Der 70-Jährige war am 28. Dezember gestorben. Für ein Gedenken an ihn macht sich die KiezApp Friedrichshain, ein Nachbarschafts-, Gewerbe- und Veranstaltungsportal, stark. Einer ihrer Macher ist Karsten Frank, der sich in den vergangenen Jahren vor allem für die Restaurierung des Eingangsportals an der Knorrpromenade eingesetzt hat. Bei change.org haben die Initiatoren eine Online-Petition eingestellt, die nach wenigen Tagen bereits mehr als 2300 Unterstützer gefunden hat.

Und natürlich haben sie auch eine Straße im Visier, die nach Lemmy Kilmister umbenannt werden soll. Und zwar die Sonntagstraße. Wobei die Begründung dafür einigermaßen skurril ausfällt. Es sei nachweislich, dass der Musiker ein Siebtel seines Lebens an einem Sonntag verbracht habe, heißt es da. Zudem habe Lemmy bei allen Motörhead-Alben auch am Sonntag gearbeitet und sei sogar mehrfach an diesem Wochentag aufgetreten.

Neben diesem eher abgedrehten Argument wirkt der zweite Hinweis schon fast nachvollziehbar. "Laut, unkonventionell, Alkohol, Drogen, regierungskritisch, atheistisch, einmalig, umstritten, Rock’n’Roll." Das seien alles Beschreibungen, die sowohl auf Lemmy, als auch auf Friedrichshain passen. Der hat, anders als David Bowie in Schöneberg, dort aber nie gelebt. Ohnehin können nach dem Berliner Straßengesetz Persönlichkeiten erst fünf Jahre nach ihrem Tod mit einer Straße oder einem Platz gewürdigt werden. Dazu kommt in Friedrichshain-Kreuzberg als weitere Hürde, dass nach einem BVV-Beschluss nur Frauen bei Um- oder Neubenennungen berücksichtigt werden sollen. Die Initiatoren schreckt das jedoch nicht ab. Sie wollen die Lemmy-Kilmister-Petition im Bezirksamt einbringen. tf
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