"Bezirk macht Weltpolitik": Partnerschaft in Syrien?

Friedrichshain-Kreuzberg. Friedrichshain-Kreuzberg soll eine Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Derik in Syrien eingehen.

Die BVV stimmte diesem Antrag der Linken-Bezirksverordneten Elke Dangeleit zu und stellt dafür im kommenden Doppelhaushalt 5000 Euro zur Verfügung. Der Wunsch nach einer Partnerschaft ging von den Bürgermeistern von Derik aus, die sich im August in einem Brief an Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne) gewandt haben. Das Schreiben sei wohlwollend zu beantworten und umgehend Kontakt aufzunehmen, so Elke Dangeleit.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Timur Husein sah das etwas anders. Der Vorstoß sei ein weiterer Versuch von Friedrichshain-Kreuzberg, "Weltpolitik zu spielen". Er verwies darauf, dass Derik nur der kurdische Name der Kommune sei. Unterschlagen werde dadurch bereits, dass es dort auch weitere Bevölkerungsgruppen gebe und die Gemeinde eine andere arabische Bezeichnung habe.

Zudem befinde sich der Ort in der sogenannten Demokratischen Föderation Nordsyrien. Der würden, so Husein, unter anderem von Amnesty International, schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Und insgesamt überhebe sich der Bezirk, wenn er sich in der von außen nur schwer überschaubaren Gemengelage des syrischen Bürgerkriegs engagiere. tf
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