Bildung, Arbeit, Wohnen: Was Schüler von Politikern wissen wollen

Die Parteienvertreter auf dem Podium im Oberstufenzentrum Handel. (Foto: Thomas Frey)
 
Dafür oder dagegen? Mit Karten konnten die Schüler über manche Themen sofort abstimmen. (Foto: Thomas Frey)

Kreuzberg. Der Wahlkampf kommt so langsam in Schwung. Und eine wichtige Zielgruppe sind dabei die Jung- und Erstwähler.

Gerade an sie richtet sich die Veranstaltungsreihe "It's Your Choice", die vom Abgeordnetenhaus und der Landeszentrale für politische Bildung organisiert wird.

Politiker der im Landesparlament vertretenen Parteien touren dabei durch Schulen und stellen sich den Fragen der Schüler. Am 20. Juni geschah das im Oberstufenzentrum Handel an der Wrangelstraße. Mit 400 Teilnehmern war diese Veranstaltung auch die bisher Größte der zwölf vorgesehenen Ortstermine.

Auf dem Podium saßen Björn Eggert (SPD), Stephan Lenz (CDU), Katrin Schmidberger (Bündnis 90/Grüne), Regina Kittler (Linke) und Fabio Reinhardt (Piraten). Bei Eggert, Schmidberger und Reinhardt handelte es sich um Vertreter aus dem Bezirk.

Gut vorbereitet

Die Schüler hatten sich auf das Gastspiel gut vorbereitet und eine Menge Fragen überlegt. So viele, dass am Ende einige unbeantwortet blieben. Die Hauptthemen waren dabei Bildung und Arbeit. Auch Wohnen spielte eine wichtige Rolle.

Hier ging es natürlich um zusätzliche Wohnungen, steigende Mieten oder Verdrängung und was dagegen gemacht werden kann. Ein Schüler verstand nicht, warum etwa von Katrin Schmidberger der Zuwachs von Eigentumsappartements beklagt wird. "Ich würde mir lieber eine Wohnung kaufen, statt sie ein Leben lang zu mieten. Erst recht, wenn ich vielleicht einmal wenig Rente bekomme."

Dafür müsse er aber erst einmal das nötige Geld zusammenhaben, antwortete die Grüne. Und er sei auch nicht das Problem, sondern eher Menschen mit höherem Einkommen, die nach Berlin ziehen und sich hier teure Immobilien leisten könnten. Das wirke sich dann auch negativ auf den Mietspiegel aus.

Beim Thema Mindestlohn plädierte Stefan Lenz dafür, manche Unternehmen nicht mit zu hohen Forderungen zu überfrachten. Regina Kittler sieht dagegen noch Spielraum nach oben. Als die Lohnuntergrenze eingeführt wurde, wären drohende Arbeitsplatzverluste an die Wand gemalt worden. Passiert sei aber das Gegenteil.

"Würdet ihr arbeiten?"

Auch die Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen spielte eine Rolle. Piraten und auch Die Linke sind Fürsprecher dieser Idee. Der CDU-Mann hält sie für interessant, fragt sich aber, wie sie umgesetzt werden soll. "Würdet ihr bei einem Grundeinkommen noch arbeiten gehen?", fragte Björn Eggert die Schüler. Denn die konnten mit Zustimmungs- oder Ablehnungskarten ihre Meinung äußern. Das Ergebnis bei dieser Frage: Die meisten würden sich auch dann einen Job suchen. Aber sich vielleicht mehr ehrenamtlich engagieren.

Angenehm war, dass die Vertreter auf der Bühne auf kleinkarierten Streit weitestgehend verzichteten. Das fand auch bei ihren Zuhörern Anklang. Dass die Politiker oft unterschiedliche Ansichten vertreten, sei auch so deutlich geworden, meinten Mia und Milla (beide 19).

Ziel der "It's Your Choice"-Tour ist es auch, die wahlberechtigten Jugendlichen auf jeden Fall zu einer Stimmabgabe zu animieren. Das hätten sie aber ohnehin vor, sagten nicht nur diese beiden jungen Frauen. tf
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