Clubbetrieb kommt nicht in Frage: Die „Neue Heimat“ ist wohl endgültig Geschichte

Nur ein Jahr war die Neue Heimat nicht nur für viele Gourmets eine neue Heimat. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: RAW-Gelände |

Friedrichshain. Auch ein letztes Gespräch am 25. September brachte keine Wende. Die Wünsche der Macher des Events und Kulturprojekts „Neue Heimat“ auf dem RAW-Gelände waren nicht mit den Forderungen des Bezirks in Einklang zu bringen. Nach zunächst unbestätigten Meldungen haben die Betreiber inzwischen Insolvenz angemeldet.

Damit endet wohl nach nur einem Jahr die Geschichte dieses von Beginn an angesagten Veranstaltungsorts. Er wurde vor allem durch seinen sonntäglichen Food-Market zu einem Publikumsmagnet. Lange Schlangen von Besuchern, die Einlass in den besonderen Gourmettempel mit Speisen rund um den Globus begehrten, waren sehr schnell ein gewohntes Bild. Schon am 13. September fand der Markt zum letzten Mal statt. Auch wenn damals nur von einer vorübergehenden Schließung die Rede war.

Dabei hatte Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne) die Frist für den Betrieb zunächst bis zum 7. November verlängert (wir berichteten). Allerdings verbunden mit der Auflage, bis dahin die baulichen Mängel, vor allem in Sachen Brandschutz, in dem Gebäude, der sogenannten Halle 13, zu beheben. Ohnehin war die kulinarische Weltreise bisher nur geduldet, denn als sie im Herbst 2014 begann, lag dafür keine Baugenehmigung vor.

Werde die Halle nach den Vorgaben hergerichtet, gäbe es gegen die sonntägliche Verköstigung keine Einwände, machte Panhoff zuletzt deutlich. Auch gelegentliche Veranstaltungen und Events könnten dort stattfinden. Aber nicht mehr. Das war wohl der Knackpunkt, denn die Pläne reichten weiter. Nach Angaben des Stadtrats sollte ein regelmäßiger Clubbetrieb installiert werden, mit Öffnungszeiten von Freitag bis Sonntag bis 6 Uhr früh. Schon für die Anwohner sei das nicht mehr tragbar.

Nur mit weiteren Angeboten könne die Halle auf Dauer gewinnbringend unterhalten werden, heißt es wiederum von den Betreibern. Außerdem sei vom Bezirk „nie ein Grund zur Sorge gegeben worden, dass unsere Nutzung in Frage gestellt werden könnte“. Ein Aufschub habe deshalb nicht weiter geholfen. „Wir brauchen eine Baugenehmigung“, machten sie bereits vor einigen Wochen deutlich.

Natürlich schwingt auch der Vorwurf mit durch, gerade an der Neuen Heimat soll ein Exempel statuiert werden. Denn das RAW-Areal ist ja nicht gerade arm an Party- und Clublokalen. Der Bezirk habe das Recht zu sagen, wir haben hier schon genug solcher Veranstaltungsorte. Wir wollen nicht mehr, heißt es dort auch mit Verweis auf die aktuellen Lärmdiskussionen. Und für die anderen Vergnügungsstätten gebe es eine Genehmigung. tf
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