Ferienwohnungen im Visier: Bürger gaben bisher 858 Hinweise

Friedrichshain-Kreuzberg. Bei der Suche nach nicht gemeldeten Ferienwohnungen sei die Verwaltung auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, erklärte der zuständige Stadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) immer wieder.

Der Appell scheint auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein. Denn nach seinen Angaben sind bisher 858 Hinweise auf solche Appartements in normalen Wohngebäuden und damit dem Verdacht einer Zweckentfremdung eingegangen. In 616 Fällen gab es eine Verfahrenseröffnung, was wohl heißt, dass sich diese Meldungen als richtig erwiesen haben. 261 Mal sei inzwischen „die Benutzung freiwillig beendet worden“, sagt Mildner-Spindler.

Diese ehemaligen Ferienwohnungen sind jetzt wieder Mietwohnungen, beziehungsweise bekamen diese Funktion bestätigt. Denn teilweise habe sich herausgestellt, dass der Vermieter gar nicht wusste, dass seine Wohnung einen Gästeübernachtungsstatus hatte, berichtete der Stadtrat. Vielmehr habe sie der Mieter zum Übernachtungsdomizil umfunktioniert. Was für den jetzt wahrscheinlich Konsequenzen hat.

Trotz der Detektivarbeit der Bürger gelten aber weiter viele Ferienwohnungen als unentdeckt. Wobei niemand sagen kann, wie hoch die Dunkelziffer ist. Berechnungen, die Stephan von Dassel, Stadtrat in Mitte nicht nur für seinen Bezirk erheben ließ und die von etwa 4200 illegalen Herbergen in Friedrichshain-Kreuzberg ausgingen, hält Mildner-Spindler aber für zu hoch gegriffen. Eher realistisch sei eine Zahl um 2000.

Die eine oder andere Ferienwohnung wird auch weiter Ferienwohnungen bleiben. Etwa dann wenn ihre Räume als Gewerbefläche gelten. Daneben haben rund 900 Urlauberappartements im Bezirk bis Ende April 2016 Bestandsschutz. Sie sind innerhalb der dafür vorgesehenen Frist nach der Verabschiedung des Zweckentfremdungsverbotsgesetz im Frühjahr 2014 gemeldet worden. Was die Vermieter danach mit den Wohnungen machen, da hat der Stadtrat ebenfalls eine Idee. „Ich habe die Eigentümer vor kurzen angeschrieben und ihren vorgeschlagen, dass sie doch Flüchtlinge als neue Mieter aufnehmen könnten.“ tf
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