Milieuschutz an der Weberwiese: neues Gebiet im Eilverfahren beschlossen

Auch diese Häuser an der Grünberger Straße gehören zum neuen Milieuschutzgebiet. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Die Gegend rund um die Weberwiese soll zu einem weiteren Erhaltungs-, beziehungsweise Milieuschutzgebiet erklärt werden. Das beschloss die BVV am 25. Februar.

Wenige Minuten zuvor hatte der Stadtplanungsausschuss in einer Sondersitzung dem Antrag zugestimmt. Er war wiederum erst am 24. Februar vom Bezirksamt abgesegnet worden.

Der Grund für die Eile lag daran, dass hier eine massive Aufwertung des Wohnbestandes und damit eine Verdrängung der bisherigen Mieter befürchtet wird.

In den zum größten Teil noch unsanierten Wohnungen aus den 50er-Jahren lebt eine für den Bezirk überdurchschnittlich hohe Zahl von älteren Menschen. Sie stellen rund 1000 der insgesamt mehr als 5000 Bewohner im neuen Milieuschutzgebiet. Gerade sie wären von Veränderungen besonders betroffen. Dafür gab es wiederum Anzeichen, nachdem sich immer mehr große Immobilienfirmen für das Gebiet interessierten oder dort schon gekauft haben. Oft mit dem Ziel, bisherige Miet- in Eigentumswohnungen umzuwandeln.

Das ist jetzt ebenso untersagt wie Veränderungen am Grundriss der Wohnungen oder "Luxusmodernisierungen", worunter zum Beispiel der Einbau eines zweiten Bades oder das Verwenden von hochwertigen Materialien wie Marmor zählen.

Mit diesem Beschluss soll außerdem die städtebauliche Eigenart der Gegend erhalten werden, sagt Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis 90/Grüne). Auch weil viele Gebäude Merkmale der denkmalgeschützten Bauten an der heutigen Karl-Marx-Allee aufweisen.

Das Milieuschutzgebiet umfasst den Bereich zwischen der Allee und der Rüdersdorfer Straße. Die Straße der Pariser Kommune bildet die westliche Grenze, östlich verläuft sie über die Wedekindstraße, den Comeniusplatz, Teile der Grünberger sowie der Lasdehner Straße.

Der Antrag wurde bei Enthaltung der CDU mit der Mehrheit der anderen Fraktionen angenommen. Grüne und SPD waren sich allerdings nicht einig, wem der größere Verdienst für diese Entscheidung gebührt. Während die Sozialdemokraten darauf verwiesen, dass sie schon lange auf einen solchen Schritt drängen, fand die Bündnispartei, dass erst die Vorbereitungen der Verwaltung und ihres Stadtrats ein schnelles Vorgehen möglich gemacht hätten.

Im Bezirk gibt es acht Milieuschutzgebiete. Das einzige in Friedrichshain befindet sich bisher rund um den Petersburger Platz.


Thomas Frey / tf
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