Turnhallen werden zu Flüchtlingsunterkünften

Friedrichshain-Kreuzberg. Auch im Bezirk müssen jetzt Sporthallen zur Unterbringung von Flüchtlingen requiriert werden.

Den Anfang machten am 5. November die Sportgebäude der Hector-Petersen-Oberschule am Tempelhofer Ufer sowie der Bürgermeister-Herz-Grundschule in der Geibelstraße. Drei Tage später folgte die Halle in der Gürtelstraße. Jeweils rund 200 Flüchtlinge wurden dort einquartiert. Nach Angaben des Schul- und Sportamtes ist als weiterer Standort die Sporthalle in der Lobeckstraße im Gespräch.

Für den Sportunterricht soll es Ausweichquartiere. Zum Teil wird der Unterricht zusammengelegt. In der Grundschule am Traveplatz, die auch die Halle in der Gürtelstraße nutzte, finden jetzt alle Sportstunden in der eigenen Halle statt. Die Bürgermeister-Herz-Grundschule bekam Zeiten in der Gymnastikhalle in der Urbanstraße sowie in der Turnhalle im Baerwaldbad.

Umdisponieren müssen auch die Sportvereine. Etwa der SFC Friedrichshain oder die SG Narva, die Trainings- und Spielzeiten in der Gürtelstraße hatten.„Wir wurden am 7. November informiert und und mussten unsere Spiele einen Tag später absagen“, sagt Michael Hagen, Jugendwart der Narva-Handballer. Für den Fußball-Nachwuchs des SFC von der G- bis zur B-Jugend stand die Halle bisher an den meisten Nachmittagen während der Wintermonate zur Verfügung.

So lange das Wetter mitspielt, könnten seine Kicker noch auf den Platz, meint der Vorsitzende Markus Jürgensen. Aber das kann sich jetzt schnell ändern. Jürgensen erwartet, dass zumindest für seine ganz jungen Teams eine andere Lösung gefunden wird. Ähnlich klingt es bei Michael Hagen. Seine Mannschaften rücken zunächst an anderen Standorten zusammen.

Die Vereinsvertreter zeigen, ebenso wie die Schulen, viel Verständnis für die aktuelle Situation. Wobei Markus Jürgensen durchblicken lässt, dass manche Eltern die Einschränkungen für ihren Nachwuchs weniger entspannt sehen. Michael Hagen fragt sich, ob außer Turnhallen nicht auch noch andere Gebäude als Unterkunft zur Verfügung stehen. „Am 9. November wollten wir Flüchtlingskinder zum Training einladen“, erzählt er. Der Termin fiel aus. tf
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