Abgespeckte Baupläne rund um das Gebäude

Der Postbahnhof gehört jetzt einigen seiner bisherigen Betreiber. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Einen Wolkenkratzer von knapp 120 Metern. Dazu zwei weitere Hochhäuser, die bis zu 70 Meter in den Himmel ragen sollten. So sahen die ursprünglichen Pläne für das Areal rund um den Postbahnhof aus.

Diese gigantische Bauhöhe wird es dort aber nicht geben. Stattdessen präsentierte der Bezirk jetzt ein abgespecktes Volumen für das Quartier. Die Hochhäuser, etwa an der Ecke Mühlenstraße und Straße der Pariser Kommune sowie an der Grenze zum benachbarten Anschutz-Areal sollen auf maximal 47 Meter begrenzt werden. Insgesamt wird die Baumasse rund 20 Prozent geringer, als bisher vorgesehen. Möglich wurde das nach langen Verhandlungen zwischen dem Bezirksamt und der Deutschen Post AG. Dem Bezirk war das Mega-Projekt, das in den 1990er Jahren im damaligen Bezirk Friedrichshain konzipiert wurde, schon lange ein Dorn im Auge. Auch die Post ließ mittlerweile durchblicken, dass die einstigen Vorstellungen heute wohl nicht mehr so ganz in die Landschaft passen. Verantwortlich für dieses Umdenken war wohl zum einen, dass Ende September die Planfeststellungsfrist auf dem Gelände abgelaufen war. Damit ergaben sich für den Bezirk unter Umständen bessere Möglichkeiten, um die Hochhäuser zu verhindern. Dazu kam, dass Interessenten für das Gesamtareal in der Vergangenheit nicht unbedingt Schlange gestanden haben.

Auch daraus hat die Post Konsequenzen gezogen und die Flächen für den Verkauf parzelliert. Mit größerem Erfolg, denn für zwei Parzellen gibt es inzwischen neue Eigentümer. Zum einen der Postbahnhof selbst, der jetzt einer sogenannten P.Ost GbR gehört. Dahinter verbergen sich unter anderem einige der bisherigen Betreiber. Schon deshalb wird sich dort an der Ausrichtung wenig ändern. Wie bisher bleibt der Postbahnhof ein Ort für Konzerte, Partys und weitere Veranstaltungen.

Ebenfalls verkauft ist die Parzelle an der östlichen Grenze zum Anschutz-Quartier. Hier sollen vor allem Wohnungen entstehen, mit deren Bau voraussichtlich in diesem Jahr begonnen wird. Diese Pläne berühren auch den bisherigen Standort des Zirkus Cabuwazi, der seit vier Jahren auf einem Teil der Fläche mit seinem Shake-Zelt beheimatet ist. Er muss über kurz oder lang dort weichen. "Wir sind inzwischen im Gespräch mit dem Bezirk wegen eines Ersatzstandorts", sagt Cabuwazi-Chef Karl Köckenberger. Er wünscht sich, dass sein Zirkus eine neue Bleibe am liebsten weiter in der Nähe von Post- und Ostbahnhof findet. "Die vielen Kinder, die regelmäßig zu uns kommen, sollen uns auch in Zukunft ohne Probleme erreichen können." Das Cabuwazi umziehen muss sei natürlich schade, meint Köckenberger. "Gleichzeitig war aber immer klar, dass das eines Tages passieren wird. Und die Post hat uns in den vergangenen Jahren sehr fair behandelt."


Thomas Frey / tf
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