Am Postbahnhof werden bald Wohnungen gebaut

Vor allem für seine Zirkusangebote mit Kindern und Jugendlichen ist das Shake am Postbahnhof bekannt. (Foto: Cabuwazi)

Friedrichshain. Die beiden Zelte vor dem Postbahnhof bilden bisher einen Farbtupfer in dieser Gegend. Sie sind die Heimat von Cabuwazi Friedrichshain. Aber ihre Zukunft ist ungewiss.

Denn die sogenannten Shake-Zelte müssen dort weg. Das Gelände hat die Post, wie andere Grundstücke in der Umgebung auch, verkauft. Geplant ist dort ein neues Wohnquartier. Zwar gibt es dafür noch keinen Bauantrag. Bleibt der aber im Rahmen des Bebauungsplans, kann es mit dem Start der Arbeiten sehr schnell gehen.

Wohin dann mit dem Shake? Diese Frage stellt sich auch Cabuwazi-Chef Karl Köckenberger immer wieder. Die Kündigung habe er bereits bekommen, vom neuen Eigentümer werde der Zirkus aber bisher geduldet. Köckenberger erwartet vor allem Nachrichten vom Bezirk. "Dort wollte man sich um ein Ersatzgrundstück kümmern." Er wisse aber nicht, wie der aktuelle Stand aussehe.

Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne) sieht neben eigenen Aktivitäten auch den Zirkus in der Pflicht, sich um eine neue Bleibe zu bemühen. Insgesamt, so meint er, sei es nicht einfach, einen geeigneten Platz zu finden. "Es gibt kaum noch freie Flächen." Erschwerend komme hinzu, dass im Shake nicht nur tagsüber, sondern auch an vielen Abenden Veranstaltungen stattfinden. Denn neben den Zirkus- und anderen Vorstellungen werden die Zelte häufig für private Events vermietet. Damit würden schon alle möglichen freien Grundstücke ausscheiden, die direkt an ein Wohnviertel grenzen, meint der Stadtrat. Ansonsten sei mit Lärmbeschwerden zu rechnen.

Drei mögliche neue Shake-Standorte hat er inzwischen aber trotzdem im Visier. Einer befindet sich in der Nähe des Volksparks, ein zweiter am Ostkreuz. Beide stehen allerdings einem dringenden Wunsch von Karl Köckenberger entgegen. "Wir möchten in unserer bisherigen Gegend bleiben", macht er klar. Nicht nur, weil viele Kinder und Jugendlichen aus dem unmittelbaren Umfeld die Angebote, etwa zirkuspädagogische Workshops, wahrnehmen. Auch mit Schulen und Kitas im Kiez bestehe eine Kooperation. "Das soll nicht zerstört werden."

Bliebe deshalb als dritte Alternative noch ein Platz in der Nähe des Berghain hinter der Rüdersdorfer Straße. Der wäre zumindest nicht weit vom bisherigen Domizil. Allerdings muss noch geprüft werden, ob sich diese Idee wirklich umsetzen lässt. "Zunächst will ich von Herrn Köckenberger wissen, ob er sich den Standort vorstellen kann", sagt Stadtrat Panhoff. Der hat in Erinnerung, dass diese Fläche schon einmal zur Debatte stand. Dann habe er aber nichts mehr darüber gehört.


Thomas Frey / tf
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