Amtliche Texte sind oft nur schwer zu verstehen

Friedrichshain-Kreuzberg. Auf der Tagesordnung der BVV am 19. Dezember war auch ein Antrag der SPD-Fraktion, der das Bezirksamt aufforderte, sich in seinem Schriftverkehr einer besser verständlicheren Sprache zu bedienen.

Viele Bürger können manche amtliche Schriftstücke nur mit Mühe nachvollziehen. Das gilt übrigens auch für den einen oder anderen Antrag der Fraktionen im Bezirksparlament. Bei den Debatten dort oder in den Fachausschüssen wird der Außenstehende häufig mit einem weiteren Ärgernis konfrontiert. Nämlich dem regen Gebrauch von Abkürzungen. Für jeden, der nicht mit der entsprechenden Materie befasst ist, sind sie zunächst ein Buch mit sieben Siegeln. Wer weiß schon auf Anhieb, was sich hinter den Begriffen KJHG oder ZEP verbirgt? Oder was es mit einer Genehmigung "nach 34" auf sich hat? Zunächst klingt das erst einmal wie eine Art Geheimcode. Fairerweise muss angemerkt werden, dass die Abkürzeritis inzwischen etwas nachgelassen hat. Auch die Bedeutung mancher Buchstaben- und Zahlenfolgen wird mittlerweile häufiger erklärt. Aber durchgehend ist das noch immer nicht der Fall. Sollte es aber in Zukunft ebenfalls werden.

Ach ja, mit KJHG ist das Kinder- und Jugendhilfegesetzt gemeint. ZEP steht für den zentralen Stellenpool des Landes Berlin. Und "nach 34" verweist auf diesen Paragraphen im Baugesetzbuch, der eine erleichterte Baugenehmigung vorsieht.


Thomas Frey / tf
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