Auf dem Freudenberg-Areal entstehen 40 Appartements mit geringer Miete

Friedrichshain. Wo gibt es künftig Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen? Zum Beispiel auf dem ehemaligen Gelände der Firma Freudenberg in der Boxhagener Straße.

Dort will der Immobilieninvestor Bauwert ab 2013 ein neues Stadtquartier errichten. Geplant sind rund 550 Wohnungen mit einer Gebäudefläche von 68 000 Quadratmetern. Bei knapp der Hälfte (30 000 Quadratmetern) handelt es sich um Mietappartements. Von ihnen sollen zehn Prozent als niedrigpreisiges Angebot mit einer Durchschnittsmiete von 5,50 Euro nettokalt vergeben werden. "Umgerechnet sind das etwa 40 Zwei-, Zweieinhalb- und Dreizimmer-Wohnungen", erklärte Dr. Jürgen Leibfried, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Bauwert. "Deren Ausstattung weicht nicht vom Standard des Quartiers ab". Als Nutzer wünscht er sich vor allem Alleinerziehende mit geringem Verdienst. Bürgermeister Dr. Franz Schulz (Bündnis90/Grüne) denkt außerdem an Hartz IV-Empfänger oder Senioren, deren Rente in Höhe oder unterhalb der Grundsicherung liegt. Zu diesem Entgegenkommen verpflichtete sich die Bauwert im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags mit dem Bezirk. Solche Abmachungen gab es schon bisher mit großen Investoren. Die erklären sich bereit, zum Beispiel Geld für den Bau öffentlicher Einrichtungen zu geben. Neu ist, dass das Bereitstellen von günstigem Wohnraum Teil eines Kontrakts wurde. "Wir hoffen auf Nachahmer in der ganzen Stadt", sagte der Bürgermeister. Friedrichshain-Kreuzberg werde diese Möglichkeit eines privaten sozialen Wohnungsbaus auch in Zukunft nutzen, wobei sich das nicht in jedem Fall bewerkstelligen lässt. "Wenn wir von einem Investor bereits den Bau einer Kita verlangen, wird es mit zusätzlichen Forderungen schwierig." Eine Kindertagesstätte muss die Bauwert nicht finanzieren. Allerdings stimmte sie zu, dafür ein Grundstück auf dem Freudenberg-Areal zur Verfügung zu stellen. Auch ein Mehr an Grünflächen, inklusive zwei öffentlich genutzter Stadtplätze, wurde dort festgeschrieben. Aber das Herzstück bleibt der Anteil an günstigen Mietwohnungen. Dass sich das Bauvorhaben rechnet, wird bei den Preisvorstellungen für die nicht gedeckelten Appartements deutlich. Mieter müssen zwischen 10,50 und elf Euro pro Quadratmeter bezahlen, Eigentümer 3250 Euro.


Thomas Frey / tf
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