Auswirkungen des Personalabbaus im Bezirk

Friedrichshain-Kreuzberg. Aufgabe von ein bis zwei Bibliotheksstandorten. Verkürzte Nutzungszeiten, oder sogar die Schließung von Sportanlagen. Nur noch bauliche Unterhaltung statt Sanierung öffentlicher Gebäude. Und auch die Brunnen könnten künftig nicht mehr sprudeln.

Das sind nur einige Beispiele aus einer - intern inzwischen "Liste des Schreckens" genannten - Vorlage, in der das Bezirksamt mögliche Auswirkungen des vorgesehenen Personalabbaus skizziert. Wie berichtet sollen in den Bezirken bis zum Jahr 2016 insgesamt 1451 Vollzeitstellen wegfallen. 138 sind es in Friedrichshain-Kreuzberg. Bleibe es dabei, so der Tenor, könnten viele Aufgaben nur noch eingeschränkt erfüllt werden. Die Leidtragenden wären die Bürger.Denn die müssten sich nicht nur auf Einschränkungen bei Büchereien oder Sportplätzen einstellen, sondern auch auf verkürzte Sprechzeiten in vielen Ämtern und eine längere Bearbeitungszeit ihrer Anliegen. Vom Passantrag im Bürgeramt, über die Auszahlung von Wohn- oder Elterngeld, bis zum Grundbucheintrag für Eigentümer und Investoren. Grünflächen werden seltener gepflegt, die Gesundheitsvorsorge reduziert, das Angebot an der Musik- oder Volkshochschule eingeschränkt.

Im Baubereich werden weniger Mitarbeiter dazu führen, das sogar eigentlich verfügbares Geld nicht verbaut werden kann, machen die Verantwortlichen klar. Im Bereich Hochbau scheiden beispielsweise bis 2016 fünf Bauleiter altersbedingt aus. Jeder von ihnen betreut im Durchschnitt Arbeiten mit einer jährlichen Gesamtsumme von 1,1 Millionen Euro. Macht also insgesamt 5,5 Millionen weniger, die ausgegeben werden können.

"Klar ist ohnehin, dass wir viele freiwilligen Leistungen demnächst nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erbringen können", macht Axel Koller, Leiter der Abteilung Tiefbau und Landschaftsamt deutlich. Das betreffe die Bürgerbeteiligung ebenso wie den Brunnenbetrieb. "Denn der Brunnenschlosser, der sich mit der Wartung auskennt, ist nächstes Jahr weg."

Die Kritik, die sich durch alle diese Klagen zieht lautet deshalb: Durch den Personalabbau werde überhaupt kein Geld gespart, sondern eher mehr ausgegeben.


Thomas Frey / tf
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