Bei der Musikschule stehen 2000 Interessenten auf der Warteliste

Friedrichshain-Kreuzberg. Möglichst viele Kinder sollen ein Instrument lernen. Diese Forderung wird nicht nur von Bildungspolitikern immer wieder erhoben. Dumm aber, dass nicht nur den Kleinen Grenzen gesetzt sind, wenn sie diesen Wunsch verwirklichen wollen.

Das gilt vor allem, wenn sie sich in der bezirklichen Musikschule anmelden. Dort gibt es derzeit eine Warteliste von rund 2000 Personen. Bis jemand einen Platz findet kann es im schlimmsten Fall Jahre dauern.

Das Problem ist nicht neu und die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg kein Einzelfall. Ähnliche Nachrichten kommen auch aus anderen Bezirken. Insgesamt warten in Berlin etwa 10.000 Menschen darauf, dass sie in diesen Einrichtungen Unterrichtsstunden bekommen können. Was gleichzeitig bedeutet: Jeder fünfte Anmeldung, die zunächst nicht berücksichtigt werden kann, ist in Friedrichshain-Kreuzberg registriert. Dort lernen derzeit 4800 Schüler, die von 150 Lehrern betreut werden.

Zusätzliche Lehrer würden natürlich dafür sorgen, dass die Warteliste zumindest etwas abgebaut werden könnte. Darauf hofft auch die stellvertretende Leiterin Ulrike Philippi. "Die Musikschulen sollen ja in diesem und im kommenden Jahr jeweils 2,5 Millionen Euro zusätzlich vom Senat bekommen." Klar ist bisher aber noch nicht, wie das Geld auf die einzelnen Bezirke verteilt und wofür es konkret eingesetzt werden soll. Ginge es nach Ulrike Philippi müssten damit weitere Mitarbeiter finanziert werden. "Und zwar als feste Stellen und nicht auf Honorarbasis."

Wegen der Bezahlung der Honorarkräfte hatte es im vergangenen Jahr massiven Protest gegeben. Nach den neuen Regularien werden sie nicht mehr pauschal, sondern abgerechnet nach Stunden entlohnt. Bei den meisten bedeutete das Einkommensverluste bei ihrem ohnehin nicht gerade üppigen Salär. Für die Verwaltungen der Musikschulen brachte das einen gößeren Aufwand. Und Geld, das für Personal an dieser Stelle ausgegeben wird, fehlt wiederum für die praktische Arbeit.

"Es kann passieren, dass ein sechsjähriges Kind hier angemeldet wird und erst mit acht oder neun Jahren angenommen wird", sagt Ulrike Philippi.


Thomas Frey / tf
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