Bezirk will Baupläne an der Mühlenstraße verhindern

Friedrichshain. Die beiden Strandbars Oststrand und Strandgut sind seit vielen Jahren beliebte Sommertreffpunkte. Die laufende Saison könnte aber vielleicht ihre letzte sein.

Denn für die Grundstücke existieren seit mehr als zehn Jahren Bebauungspläne. Die wollen die Eigentümer jetzt verwirklichen, stoßen dabei allerdings auf Widerstand des Bezirks."Auf dem Oststrand- sowie dem westlichen Teil des Strandgut-Geländes erlaubt der B-Plan bisher den Bau eines East Side Towers", erklärt Bürgermeister Dr. Franz Schulz (Bündnis 90/Grüne). Das Gebäude soll 20 Stockwerke bekommen, was einer Höhe von etwa 60 Metern entspricht. Westlich davon, also auf dem Rest der Strandgut-Fläche ist, nach Angaben von Schulz, ein 30 Meter hoher Riegelbau vorgesehen.

Beide Vorhaben will der Bürgermeister verhindern. "Sie passen dort nicht mehr in die Landschaft", findet er und verweist unter anderem auf den Bürgerentscheid "Mediaspree versenken" vom Sommer 2008. Dort wurde unter anderem verlangt, dass Gebäude im Spreeraum höchstens 26 Meter hoch sein dürfen.

Aber auch eine abgespeckte Variante soll es mit Schulz nicht geben. "Wir wollen, dass diese beiden Grundstücke zu Grünanlagen werden." Dann gebe es eine durchgehende Freifläche vom East Side Park zum Spreepark. Über diese Vorstellungen seien auch die Eigentümer inzwischen informiert.

Bei denen handelt es sich beim Oststrand und Teilen des Strandgut-Areals um die Stofanel Investment AG, das westliche Strandgut-Gelände gehört einer israelischen Investorengruppe. "Wir haben den Besitzern vorgeschlagen, ihnen im Tausch Ersatzflächen zur Verfügung zu stellen. Zumindest Stofanel wäre damit im Prinzip einverstanden", sagt Schulz.

Aber nicht nur dafür, sondern auch bei der Änderung des Bebauungsplans braucht er die Unterstützung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Wie die darauf reagiert, ist derzeit noch unklar.

Beide Vorhaben würden aber das Ende des Strandbarbetriebs bedeuten. Selbst wenn die Betreiber im nächsten Sommer noch einmal ihr Liegestühle aufstellen können, fordert der Bürgermeister dann eine öffentliche Passage durch deren Gelände. Bisher haben dort nur Gäste Zugang.


Thomas Frey / tf
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