Blumen-Grundschule eröffnet ihre Lernwerkstatt

Daniela Schmidt mit ihren Schützlingen Marvin, Mohamed (beide 6) und Altin (8, von links) bei ihren Wasser-Vulkan-Versuchen. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Erst haben Altin (8), Marvin und Mohamed (beide 6) das Wasserbecken mit Eiswürfel gekühlt. Dann gaben sie erwärmte, rot gefärbte Flüssigkeit dazu. Das Resultat: Es sprudelt heftig im Becken. So ähnlich, das lernen die Kinder dabei, laufen auch Vulkanausbrüche auf dem Meeresgrund ab.

Das Wasser-Experiment ist nur einer von vielen Versuchen, mit denen Mädchen und Jungen in der neuen Lernwerkstatt der Blumen-Grundschule in der Andreasstraße spielerisch natürliche oder technische Phänomene erklärt werden. Und das bereits im Kitaalter und den ersten Schulklassen.

Deshalb wurde dieses, am 27. November eröffnete besondere Labor nicht nur für die Blumen-Schule, sondern auch für benachbarten Kindertagesstätten eingerichtet. Insgesamt, so schätzt Daniela Schmidt, eine der Lehrerinnen, die die Lernwerkstatt betreuen, haben sich schon jetzt rund 70 bis 80 Teilnehmer für die unterschiedlichen Angebote angemeldet.

Von Daniela Schmidt stammte auch die Idee mit dem simulierten Vulkanausbruch im Wasserbassin. "Als studierte Chemikerin habe ich natürlich ein Faible für solche Versuche." Wichtig sei, dass die Aufmerksamkeit der Kleinen durch besondere Reize geweckt werde. Etwa die rote Farbe. Außerdem müsse möglichst schnell ein nachvollziehbares Ergebnis eintreten. "Das ist für Kinder ein Anreiz, sich weiter damit zu beschäftigen und neue Fragen zu stellen." Und dabei erhalten sie nicht nur Wissen über alltägliche Zusammenhänge, sondern gleichzeitig werden auch Sprachkompetenz und Teamfähigkeit gestärkt.

Ähnlich funktioniert das auch am Tisch von Erzieherin Mandy Brandes. Sie hat mehrere ihrer Schützlinge aus der Kita in der Andreasstraße um sich geschart. Hier geht es darum, elektrische Kabel richtig zusammen zu stecken, sodass am Ende eine Lampe aufleuchtet. Cecilia (5) schafft das als erste. Bald folgen ihr auch die gleichaltrigen Oskar, Georg und Maya. Und nachdem diese Aufgabe gelöst ist, wird die Gruppe mit weiteren, schwierigeren Hürden konfrontiert.

Bei der Lernwerkstatt in der Blumen-Schule handelt es sich außerdem um eine besonders geförderte Einrichtung. Sie ist Teil des Projekts "Welträume" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Mit diesem Programm, das vom Europäischen Sozialfonds und der RTL Stiftung "Wir helfen Kindern" finanziell unterstützt wird, soll gerade die frühkindliche Entwicklung gestärkt werden. 13 solcher Lernorte sollen bundesweit entstehen. Einer davon befindet sich jetzt in Friedrichshain.

Rund ein halbes Jahr wurde dort am Aufbau der Werkstatt gearbeitet. "Möglich wurde das nur durch das große Engagement von vielen Lehrern, Erziehern und weiteren Personen bis zum Hausmeister", lobte Schulleiterin Karin Laurentz bei der Eröffnung. Die scheinen gleichzeitig, so der Eindruck, an den Experimenten genauso viel Spaß zu haben, wie ihre jungen Forscher.


Thomas Frey / tf
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