Das war das Jahr 2012 in Friedrichshain

Ende August wurde am Fuß des Bunkerberg im Volkspark eine Gedenk- und Informationstafel eingeweiht, die über die Geschichte der Anhöhe unterrichtet. (Foto: Frey)
 
Seit 16. April ist die neue Ringbahnhalle am Ostkreuz in Betrieb. (Foto: Frey)
 
Beim Karneval der Kulturen am Pfingstsonntag beteiligten sich auch Senioren aus der Freizeitstätte Silberfüchse in der Palisadenstraße. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Jahreswechsel. Zeit also, zurückzuschauen auf die wichtigsten, interessantesten und ärgerlichsten Begebenheiten der vergangenen zwölf Monate in Friedrichshain.

Januar: Mehr als ein Fünftel der Bewohner von Friedrichshain-Kreuzberg sind arm. Das sagt der Sozialbericht Berlin-Brandenburg. Am 23. Januar kann die Modersohn-Grundschule endlich ihre neue Etage einweihen. Sie sollte eigentlich bereits Ende 2010 fertig sein.

Februar: Am 23. Februar eröffnet die Ludwig-Hoffmann-Grundschule ihren Erweiterungsbau. 30 Monate dauerten die Arbeiten. Kosten: 6,5 Millionen Euro.

Monatelang wurde darüber diskutiert, nach wem die Bezirkszentralbibliothek in der Frankfurter Allee benannt werden soll. Dann kam heraus: Bereits seit den 1970er Jahren hieß ihre Vorgängereinrichtung nach dem chilenischen Schriftsteller und Politiker Pablo Neruda. Diesen Namen trägt die Bücherei jetzt erneut.

März: Mit dem Beginn des Frühlings werden die Parks und Grünanlagen von vielen Menschen bevölkert. Vor allem nach den Wochenenden bleiben dann Müllberge zurück. Deshalb reinigt der Bezirk im Volkspark Friedrichshain und im Görlitzer Park sogar drei Mal pro Woche.

Auch in Friedrichshain sind Hundeköder mit giftigen Substanzen an verschiedenen Stellen aufgetaucht. Insgesamt erkrankten in Berlin 30 Tiere, drei starben.

April: Am 16. April wird die neue Ringbahnhalle im Bahnhof Ostkreuz eröffnet. Sie kostete rund zwölf Millionen Euro.

Eine Bürgerversammlung spricht sich für die Umbenennung der Gabelsbergerstraße in Silvio-Meier-Straße aus. Eigentlich sollte der neue Name im November 2012 angebracht werden. Die Klage eines Anwohners hat das bisher verhindert.

Mai: Am 26. Mai wird ein Mann verhaftet, dem mindestens drei Morde und ein Mordversuch in den Wochen zuvor in Friedrichshain zur Last gelegt werden. Seine Opfer hat er jeweils mit Drogen betäubt und anschließend ausgeraubt. Eine Tat passierte am 5. Mai im Darkroom eines Clubs in der Boxhagener Straße. Sie brachte die Polizei auf die Spur des Verdächtigen. Er hatte kurz danach versucht, mit der EC-Karte des Ermordeten am Ostbahnhof eine Fahrkarte zu bezahlen und war von einer Überwachungskamera aufgenommen worden.

Juni: Zwischen 2013 und 2016 sollen in der Verwaltung von Friedrichshain-Kreuzberg weitere 138 Vollzeitstellen abgebaut werden. Hintergrund ist die Vorgabe des Senats, nach der in den Bezirksverwaltungen insgesamt nicht mehr als 20 000 Menschen arbeiten sollen.

Der Bezirk legt einen ausgehandelten Mietvertrag mit der Wagenburg Laster und Hänger an der Modersohnstraße vor. Die Miete soll binnen zehn Jahren von zunächst zwölf auf 23 Cent pro Quadratmeter steigen. Einen Monat später rügt der Landesrechnungshof die Abmachung. Sie ist deshalb bis heute nicht in Kraft.

Dr. Jan Stöß wird neuer Landesvorsitzender der Berlin SPD. Er war zuvor Kreisvorsitzender seiner Partei in Friedrichshain-Kreuzberg und bis November 2011 Stadtrat für Finanzen, Kultur und Sport im Bezirk.

Juli: Die Bewohner in den Seniorenwohnungen in der Palisadenstraße 41-46 sollen statt bisher sechs Euro ab November bis zu zwölf Euro Miete pro Quadratmeter bezahlen. Ihr Protest erreicht immerhin, dass die Miete zunächst moderat erhöht wird.

Anschlag auf das wenige Tage zuvor eröffnete Almodovar-Hotel an der Boxhagener-/Ecke Holteistraße in der Nacht zum 16. Juli. Acht Vermummte kippen Teer in die Lobby, attackierten Fenster mit Feuerlöscher und Vorschlaghämmer und beschmierten die Fassade.

August: Die Karl-Marx-Allee soll, ebenso wie das Hansaviertel in Tiergarten, Weltkulturerbe werden. Aktuell gibt es an einigen Stellen entlang der Allee andere Probleme. Fliesen lösen sich dort von der Fassade. Deshalb mussten entlang der Gebäude Netze angebracht werden.

Am 8. August beginnen die Bauarbeiten an der Oberbaumbrücke. Die Wasserbetriebe errichten dort einen Dämmbalkenschacht für den Regenrücklaufkanal. Damit soll künftig weniger Abwasser unkontrolliert in die Spree fließen. Aus Richtung Friedrichshain ist die Brücke für Autos gesperrt. Ende der Arbeiten: Spätestens im Mai 2013.

September: Richtfest bei der neuen Vertriebszentrale von Mercedes-Benz. Die Einweihung ist für Mitte 2013 geplant. Der Anschutz-Konzern will seine Entertainment-Sparte verkaufen. Zu ihr gehört unter anderem die O2World.

Einen Monat nachdem die Holding des Immobilieninvestors Nicolas Berggruen das Gebäude der ehemaligen Knorr-Bremse in der Neuen Bahnhofstraße ersteigert hatte, kündigte sie den dortigen Mietern. Alleiniger Nutzer wird ab kommendem Frühjahr das Onlineverkaufsportal Zalando.

Oktober: Ein Konsortium um die Betreiber des Clubs Kater Holzig bekommt den Zuschlag für das BSR-Gelände an der Holzmarktstraße. Möglich wurde das durch Gönner eines Schweizer Pensionsfonds, die das Grundstück für die Clubbetreiber kauften. Entstehen soll dort ein Gewerbe- und Kreativquartier sowie Wohnungen.

Die Autobahn A100 darf unter Auflagen bis zur Elsenbrücke weitergebaut werden. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht. Dagegen geklagt hatte auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Dessen Einwände ließen die Richter aber nicht zu. Denn der Bezirk sei Teil der Einheitsgemeinde Berlin gegen die sich das Verfahren richtete.

Antje Kapek wird zur Co-Vorsitzenden der Fraktion von Bündnis90/Grüne im Abgeordnetenhaus gewählt. Bis 2011 führte sie die Fraktion in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg.

November: Der Verein Historischer Hafen erhielt zusammen mit dem Immobilienentwickler Agromex den Zuschlag für die Neugestaltung des ehemaligen Grenzstegs im Osthafen. Geplant ist dort eine Anlagestelle für Ausflugsschiffe und die Traditionsflotte des Vereins. Außerdem ein Ausstellungsgebäude.

Dezember: Im neuen Wohnquartier auf dem einstigen Areal der Firma Freudenberg in der Boxhagener Straße sollen etwa 40 Wohnungen zu einem Mietpreis von 5,50 Euro an Geringverdiener vergeben werden.

Für das Yaam an der Mühlenstraße wurde ein Ersatzgrundstück an der Schillingbrücke gefunden. Damit scheint die Zukunft dieses Clubs gesichert. Dagegen wird es den Oststrand wegen eines geplanten Hochhausneubaus auf dessen bisheriger Fläche voraussichtlich im Sommer 2013 nicht mehr geben.


Thomas Frey / tf
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