Debatte über neues Seniorenzentrum am Platz der Vereinten Nationen

Friedrichshain. Am Platz der Vereinten Nationen 1 soll ein neues Stadtteil- und Seniorenzentrum entstehen. Allerdings stößt das Vorhaben nicht überall auf Zustimmung.

Vor allem die Grünen-Fraktion in der BVV hat einige Bauchschmerzen. Sie befürchtet höhere Kosten und sieht zahlreiche Fragen ungeklärt. Vorgesehen ist, die bisherigen Freizeiteinrichtungen in der Heidenfeld- und in der Schreinerstraße vom Netz zu nehmen. Passiert ist das bereits in der Palisadenstraße. Bei allen ließen die Besucherzahlen zu wünschen übrig. Das sorgt für eine ungünstige Kosten- und Leistungsrechnung, also einem Defizit im Haushalt.Mit dem neuen Standort soll sich das ändern, hofft zumindest Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke). "Es wird dort die bisherigen, aber auch weitere Angebote geben", erklärte er. Etwa durch die interkulturelle Begegnungsstätte Bayouma-Haus, die von ihrem bisherigen Standort an der Frankfurter Allee ebenfalls an den Platz der Vereinten Nationen umziehen soll. Außerdem ist vorgesehen, dass die Räume auch für weitere Vereine, Initiativen oder kulturelle Veranstaltungen offen stehen.

Allerdings ist die Frage der Finanzierung noch nicht geklärt. Rund 200 000 Euro kosten Umbau und Einrichtung des Zentrums. Im Haushalt ist dafür kein Geld vorgesehen. Für die Sanierung soll im besten Fall der Vermieter, die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) aufkommen. Das will der Stadtrat in Verhandlungen erreichen. Für die Ausstattung will er einen Antrag auf Unterstützung durch die Lotto-Stiftung stellen.

Für die Grünen sind das zu viele Unwägbarkeiten. Sie befürchten, dass der Bezirk am Ende mit höheren Kosten belastet wird, als bisher. Etwa durch eine Miete, die höher ist als an den drei aufgegeben Standorten zusammen. Fraglich sei auch, ob die erhofften Besucherzahlen wirklich erreicht werden.

In einem mehrheitlich angenommenen Antrag fordert die Bündnispartei ein Konzept und dass alle weiteren Schritte in Abstimmung mit der BVV zu erfolgen haben. Klar ist schon jetzt, dass der ursprünglich geplante Starttermin am 1. Januar verschoben wird. Als neues Datum nannte Mildner-Spindler jetzt den 1. April.


Thomas Frey / tf
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