Der Zoll- und Grenzsteg wird zum Historischen Hafen

Anlegestelle, Museum, Gastronomie. So soll der Grenzsteg künftig aussehen. (Foto: Animation: Historischer Hafen)

Friedrichshain-Kreuzberg. Der ehemalige DDR-Zoll- und Grenzsteg im Osthafen ist vergeben. In einem Interessenbekundungsverfahren setzte sich das Konzept des Vereins "Historischer Hafen" durch.

Der Verein plant dort in Kooperation mit dem Immobilienentwickler Agromex GmbH & Co KG eine Anlegestelle für Ausflugsschiffe und einen Ankerplatz für die Traditionsflotte des Historischen Hafens, die von den Besuchern besichtigt werden kann. Außerdem soll es ein Ausstellungsgebäude mit Informationen und Exponaten zur Binnenschifffahrt und den Berlin Häfen sowie der Zeit der deutschen Teilung im Spreeraum geben. Dazu einen ganzjährig geöffneten Gastronomiebetrieb.Das Konzept habe überzeugt, "weil sie die Geschichte Berlins aufgreift und dem Standort zu einem weiteren Entwicklungsschub verhilft", heißt es in der Begründung der Jury. Dem Gremium, zu dem neben dem Wasser- und Schifffahrtsamt auch Vertreter der beiden Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick sowie den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft und das Landesdenkmalamt angehörten, lagen neun Bewerbungen vor.

Der Historische Hafen ist ein Verein "zur Erhaltung und Förderung der historischen Binnenschifffahrt". Er hat seinen Sitz an der Fischerinsel in Mitte. Die Agromex ist unter anderem Investor eines Neubauvorhabens an der Fanny-Zobel-Straße, also in unmittelbarer Nähe des Grenzstegs. Die Anlage auf dem Wasser gehört wie der gesamte Spreebereich im Osthafen geografisch zu Friedrichshain-Kreuzberg, sie ist von der Landseite her aber nur über das Gebiet von Treptow-Köpenick zu erreichen.

Die etwa 500 Meter lange und zwei Meter breite Befestigung war 1962, ein Jahr nach dem Mauerbau von der DDR errichtet worden. Grund war die Flucht des Ausflugsschiffes "Friedrich Wolf" nach Kreuzberg und damit in den Westen. Bis zum Mauerfall wurde dort der innerdeutsche Schiffsverkehr abgefertigt.

2010 wollte das Wasser- und Schifffahrtsamt den maroden Steg abreißen. Proteste verhinderten das. Es kam vielmehr im Frühjahr 2012 zum Interessenbekundungsverfahren.

Ihre konkreten Planungen müssen die Sieger jetzt mit den zuständigen Behörden abstimmen. Sie werden danach ausführlich der Öffentlichkeit vorgestellt, kündigte Projektinitiator Manfred Pflitsch an. Der Baustart ist für 2014, die Einweihung ein Jahr später terminiert. Betreiber der Steganlage und des Museums soll eine noch zu gründende Stiftung werden.


Thomas Frey / tf
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