Ferienwohnungen gegen geringere Mieten für ältere Bewohner

Friedrichshain. In den Häusern Palisadenstraße 41 bis 46 sind, wie berichtet, rund 200, meist ältere Bewohner, von massiven Mieterhöhungen betroffen. Statt bisher rund sechs Euro sollen sie ab November etwa das Doppelte, also zwölf Euro bezahlen.

So war die Situation zumindest bisher. Doch jetzt rückte der Eigentümer der Häuser mit einem Kompromissangebot heraus. Er will nämlich einige der Wohnungen zu Ferienappartements umwandeln, mit denen sich ein größerer Gewinn machen lässt. Diese Mehreinnahmen würden es wiederum ermöglichen, den Mietanstieg bei den Senioren zu begrenzen. Statt auf zwölf sollen ihre Kosten nur auf acht Euro steigen.Vorgestellt hat der Eigentümer diese Idee in der vergangenen Woche bei einem Gespräch mit Vertretern der Mieter, das bei Bürgermeister Dr. Franz Schulz (B 90/Grüne) stattfand. "Da von Seiten der Betroffenen Interesse an diesem Vorschlag gezeigt wurde, werden wir uns dem nicht von vornherein verschließen", erklärt der Bürgermeister. Zumal der Vermieter zugesagt habe, nur leer stehende oder frei werdende Wohnungen künftig zu Gästeherbergen zu machen. Genutzt werden sollen sie außerdem von älteren oder in der Mobilitäts eingeschränkten Touristen.

Trotzdem müssten noch einige Fragen geklärt werden, sagt Schulz. "Sie betreffen vor allem den künftigen Mietpreis." Acht Euro seien noch immer zu hoch. "Wir verlangen, hier maximal die ortsübliche Vergleichsmiete anzusetzen, die in diesem Gebiet bei etwas mehr als sieben Euro liegt." Für Bewohner, die auch diese Summe nicht aufbringen können, müsse es weitere Härtefallregelungen geben. Wobei ihm natürlich klar ist, dass diese Forderung im Zusammenhang mit der Anzahl der künftigen Ferienwohnungen steht. Konkret: Je mehr es davon geben wird, umso weniger muss der bisherige Mietpreis erhöht werden.

Eigentlich wehrt sich der Bezirk vehement gegen weitere Ferienwohnungen in Wohnhäusern. Dagegen habe sich auch trotz der möglichen Zustimmung in der Palisadenstraße nichts geändert, macht Schulz klar. "Aber wir müssen in diesem Fall versuchen, den alten Menschen dort zu helfen."


Thomas Frey / tf
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