Freiluft-Anbieter ziehen Sommer-Bilanz

Wiedersehen im nächsten Jahr? Das Gelände der Strandbars Oststrand (rechts) und Strandgut soll bebaut werden. Der Bezirk möchte das verhindern. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Der Sommer ist vorbei. Wobei sich die Frage stellt, welcher Sommer eigentlich? Denn abgesehen von einigen heißen Tagen war die warme Jahreszeit doch eher durchwachsen, oder?

Viele Betreiber von Freilufteinrichtungen beurteilen ihr Geschäft in den vergangenen Monaten allerdings nicht so negativ. Etwa die Berliner Bäderbetriebe (BBB), die im Prinzenbad von einem Gästeplus gegenüber dem Vorjahr ausgehen. "Allerdings ist diese Angabe nicht sehr aussagekräftig", sagt Sprecher Matthias Oloew. "Denn 2011 war dort das zweitschlechteste Jahr seit der Eröffnung im Jahr 1956." Für die aktuelle Saison wird mit einem leichten Zuwachs von zwei bis drei Prozent gerechnet, was am Ende rund 165 000 Besucher ergeben würde. Im Gegensatz zu den meisten Freibädern war die Kreuzberger Badewanne bis zum 30. September geöffnet. Ob es dort allerdings auch in Zukunft eine so lange Saison geben wird, sei derzeit fraglich, erklärt Oloew. "Denn gerade im September bleiben die Gästezahlen bisher unter unseren Erwartungen." Andrea Stosiek, Betreiberin des Freiluftkino Insel auf dem RAW-Gelände an der Revaler Straße registrierte in diesem Jahr etwas mehr Gäste, als im verregneten Sommer 2011. "Aber natürlich hätten der Zuwachs auch noch größer ausfallen können." Nur wenige Vorstellungen hätten wegen Gewitter oder starkem Regen ausfallen müssen. "Wenn ansonsten nur ein Besucher kam, wurde der Film auch vorgeführt." Andrea Stosiek kann ohnehin das Wetter mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachten. Denn sie betreibt außerdem das Kino Sputnik an der Hasenheide, das wiederum an kalten Tagen mehr Besucher anlockt. "Dort liefen die vergangenen Monate deshalb viel besser, als normalerweise im Sommer." Das Freiluftkino soll es auch im kommenden Jahr wieder geben.

Auch Uli Schirmer, Chef der Strandbar Oststrand hofft auf ein Wiedersehen in 2013. Aktuell ist seine Zukunft dort ungewiss, nachdem vor einigen Wochen bekannt wurde, das die Areale der Strandbars Oststrand und Strandgut möglicherweise bebaut werden sollen. Schirmer geht allerdings davon aus, dass die Arbeiten dort im nächsten Jahr noch nicht beginnen. "Ob es für uns eine weitere Saison gibt, entscheidet sich, wie meist, im Januar." Mit dem abgelaufenen Sommergeschäft war der Oststrand-Betreiber eigentlich ganz zufrieden. "Zum einen gab es ja einige Schönwetterphasen und außerdem haben wir inzwischen viele Gäste, die auch bei etwas kälteren Temperaturen kommen."


Thomas Frey / tf
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