Friedrichshain-Kreuzberg ist eine beliebte Kulisse

Tatort Friedrichshain-Kreuzberg: Die neuen Berliner Fernsehkommissare Meret Becker und Mark Waschke. (Foto: RBB)

Friedrichshain-Kreuzberg. Gerade ist die Berlinale zu Ende gegangen. Im Programm der Festspiele befanden sich auch dieses Mal zahlreiche Filme, für die in Berlin gedreht wurde. Nicht nur daran lässt sich ablesen, dass die Stadt inzwischen zu einer beliebten Kulisse nationaler und internationaler Produktionen geworden ist. Das gilt gerade auch für Friedrichshain-Kreuzberg.

In Zahlen sieht das so aus: Im Bezirk wurden 2013 insgesamt 327 Drehgenehmigungen erteilt. Umgerechnet also fast eine pro Tag. Nach einer bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Statistik bedeutet das bei der Häufigkeit der Drehs Platz zwei hinter Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Zahl der bewilligten Filmaufnahmen ist dabei nahezu deckungsgleich mit der Zahl der Anträge. Denn abgelehnt werden können sie so gut wie nicht. "Eigentlich nur dann, wenn sich für die gleiche Zeit schon ein anderes Filmteam für den gleichen Ort angemeldet hat", sagt Ordnungsamtsleiter Joachim Wenz. Der Grund für diese Großzügigkeit sei das Image einer internationalen Filmstadt, das sich Berlin seit einigen Jahren verpasst hat. Mit den Nebenwirkungen wird dann Joachim Wenz konfrontiert. "Natürlich gibt es immer wieder Beschwerden von Anwohnern, weil ihre Straße gesperrt ist und sie vor allem keine Parkplätze finden."

Allerdings seien die Drehs eine nicht zu vernachlässigende Einnahmequelle für die Bezirkskasse, meint der Ordnungsamtsleiter. Dorthin fließen zumindest die Gebühren, die für Aufnahmen in öffentlichen Grünflächen verlangt werden. Der Satz liegt hier bei 250 Euro für zwei Stunden. Bei einem halben Tag werden 500 Euro fällig. Im vergangenen Jahr wurden 73 Genehmigungen für Parkflächen erteilt und dabei 30 750 Euro eingenommen. Keinen Zugriff hat der Bezirk dagegen auf die Einnahmen bei Dreharbeiten im öffentlichen Straßenland. Sie kommen dem Landeshaushalt zugute. 2013 gab es dafür 254 Sondernutzungserlaubnisse, die 30 718 Euro erbrachten. Aufnahmen auf Straßen und Plätzen kosten pro Tag 65 Euro. 72 der insgesamt 327 Drehs fanden in der Nacht statt.

Einige Gebiete im Bezirk sind bei Produktionsfirmen besonders stark nachgefragt. Bei den Grünanlagen gilt es vor allem für den Volkspark Friedrichshain. Häufig stehen die Kameras auch in der Dieffenbach-, Graefe- und Fidicinstraße, in der Mühlenstraße oder der Karl-Marx-Allee. Die Karl-Marx-Allee ist außerdem bei nächtlichen Arbeiten sehr beliebt, ebenso wie die Stralauer Allee, der Strausberger Platz sowie große Teile von SO36.

Viele dieser Orte waren deshalb bereits in bekannten Filmen zu sehen. Und das nicht nur in der jüngsten Vergangenheit. Daran erinnern auch Stadtführungen, wie die Videobustour, die zu den Schauplätzen bekannter Kino- und Fernseherfolge führt. Zum Beispiel an den 1973 entstandenen DDR-Klassiker "Die Legende von Paul und Paula", der über weite Strecken in der Singerstraße spielt.

In der Wedekindstraße sowie der Karl-Marx-Allee entstanden Außenaufnahmen für den mit einem Oscar prämierten Spielfilm "Das Leben der anderen" aus dem Jahr 2006. Über die Oberbaumbrücke, Schauplatz unter anderem von Streifen wie "Lola rennt" oder "Keinohrhasen" geht es ins Revier von "Herrn Lehmann", rund um die Markthalle Neun in der Eisenbahnstraße. Selbst James Bond hatte in Kreuzberg bereits einen Auftritt. Nämlich in Gestalt von Roger Moore in "Octopussy" aus dem Jahr 1983.

An der Anziehungskraft des Bezirks für die Filmschaffenden wird sich, wie es aussieht, auch künftig wenig ändern. Am 12. Februar hat der RBB mit den Schauspielern Meret Becker und Mark Waschke sein neues Tatort-Team vorgestellt. Dabei wurde auch bekannt gegeben, wo die beiden ihre Dienststelle haben werden. In Friedrichshain-Kreuzberg.


Thomas Frey / tf
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