Heinrich-Hertz-Schüler sind in Mathe nicht zu schlagen

Die beiden Siegerteams der Jahrgangsstufe sieben und acht aus dem Heinrich-Hertz-Gymnasium. (Foto: Norbert Reulke)

Friedrichshain. Am 17. Mai fand zum 19. Mal in Berlin der "Tag der Mathematik" statt. Mehr als 1000 Oberschüler nahmen daran teil und mussten je nach Jahrgangsstufe verschiedene Aufgaben lösen. Für die meisten endete die Veranstaltung ziemlich frustrierend.

Denn die Sieger in allen Altersklassen kamen vom Friedrichshainer Heinrich-Hertz-Gymnasium. Und nicht nur das. Acht der neun Medaillenränge machten die Schüler aus der Rigaer Straße unter sich aus. Sie belegten sowohl die Plätze eins bis drei im Wettbewerb der Klassen elf bis 13 als auch bei den Neunt- und Zehntklässlern. Lediglich bei der Jahrgangsstufe sieben und acht reichte es "nur" zu einem Doppelsieg.

Dort waren die "Nerds" nicht zu schlagen. Hinter diesem Namen verbergen sich vier Schüler aus der Klasse 8/1. Ihre größte Konkurrenz waren Mitschüler, die als 8/1 B-Formation angetreten waren und Zweite wurden.

Jede Mannschaft bestand aus drei bis fünf Teilnehmern. Denn es sollte darum gehen, die Aufgaben gemeinsam zu lösen. Wer wo mitmachte, wurde von den Schülern selbst festgelegt.

Beim Wettbewerb gab es einige harte Nüsse zu knacken. "Kann man die neun Felder eines drei mal drei-Quadrates so mit den Zahlen 0, 1 und -1 besetzen, dass die Zeilensummen, die Spaltensummen sowie die beiden (aus je drei Summanden bestehenden) Diagonalensummen alle voneinander verschieden sind?" So lautete eine Aufgabe, mit der sich die Nerds und ihre Rivalen auseinander setzen mussten. Die richtige Antwort lautete übrigens Nein. Es gibt sieben verschiedene Möglichkeiten für die acht Summen, eine muss also doppelt auftauchen. Für die Mathe-Experten war die Lösung anscheinend kein Problem. Sie erhielten nicht nur hier die Höchstzahl von zehn Punkten.

Klar, dass diese Leistungen auch die Eltern stolz macht. Etwa Manja Wanke, deren Sohn Jonas (13) Teil des Erfolgsteams der 8/1 war. Dafür verantwortlich sei nicht zuletzt die Schule, lobt sie. "Das Heinrich-Hertz-Gymnasium hat schon seit Jahrzehnten ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil." Sie spreche damit vor allem Kinder mit Begabung für diese Fächer an. Die werden wiederum entsprechend gefördert.

Das unterstreicht auch Direktorin Bärbel Cohaus, die gleichzeitig das Lob an die Schüler weiter gibt. "Gerade in diesem Jahr haben wir sehr viele, denen es Spaß macht, knifflige Aufgaben zu lösen." Das zeigte sich auch an der Teilnehmerzahl beim Tag der Mathematik. Denn insgesamt war die Schule mit 30 Teams und damit mehr als 120 Mädchen und Jungen vertreten.

Die Veranstaltung wird jedes Jahr von den drei Berliner Universitäten sowie weiteren Hochschulen und Instituten organisiert. Sie fand dieses Mal in der Technischen Universität in Charlottenburg statt. Neben dem Wettbewerb gab es auch ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Mitmachaktionen. Forscher berichteten über ihre aktuellen Arbeiten.

Außer der Auszeichnung in den einzelnen Kategorien wurde auch noch ein Hauptpreis vergeben. Der ging natürlich ebenfalls an die Hertz-Schule. Die ältesten Sieger dürfen nach Oslo zur Verleihung des Abel-Preises für Mathematik fahren. Eingeladen dazu hatten die norwegische Botschaft sowie die norwegische Akademie. Die Reise werden sie aber erst 2015 antreten. Zunächst machen sich Ende Mai die Gewinner des Mathetags vom vergangenen Jahr in den hohen Norden auf.

Woher die kamen, wundert wahrscheinlich inzwischen niemand mehr. Auch aus dem Heinrich-Hertz-Gymnasium.


Thomas Frey / tf
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