Keine Straßenbahn durch die Sonntagstraße

Die Straßenbahn fährt durch die Boxhagener Straße und damit am Ostkreuz vorbei. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Die BVV muss sich mit einem Einwohnerantrag beschäftigen, der sich gegen die Pläne einer Straßenbahntrasse durch die Sonntagstraße wendet.

Unter dem Titel "Tram 21 - Stoppt die Fehlplanung" gab es in den vergangenen Monaten eine Unterschriftenaktion, die 2525 Menschen unterzeichneten. Nach der Prüfung durch das Bezirksamt wurden 1287 Unterschriften als gültig anerkannt und damit die nötige Zahl für den Einwohnerantrag erreicht.Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, sich beim Senat dafür einzusetzen, dass die Tramlinie 21, ebenso wie die Buslinie 240 weiter in der Boxhagener Straße verbleiben. Die Anbindung an das Ostkreuz, das Ziel auch einer möglicherweise veränderten Streckenführung, soll von der Marktstraße über eine neue Stummelstrecke erfolgen, an deren Ende es einen Kopfbahnhof unter den Ringbahngleisen geben soll. Alternativ könnte auf diese Verlängerung auch verzichtet werden, was allerdings einen Fußweg von etwa 200 Metern von der Straßenbahnhaltestelle zum Ostkreuz zur Folge hätte.

Gegen die Tram in der Sonntagstraße wird unter anderem ins Feld geführt, dass sie dort nur mit niedriger Geschwindigkeit und zwei Abbiegungen verkehren könnte, was einen Zeitverlust zur Folge hätte. Außerdem werde die Straße bereits jetzt intensiv von unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmern genutzt. Und die Unterstützer des Einwohnerantrags befürchten eine Qualitätsminderung ihres Wohngebiets.

Für die Route durch die Sonntagstraße hatte zuletzt die BVG eine Präferenz erkennen lassen. Abgelehnt wird dort die Stichverbindung mit Kopfbahnhof. Nach Meinung der Verkehrsbetriebe wäre der Radius für die Streckenführung zu eng. Dazu würde die Fahrzeit verlängert und das Vorhaben zusätzliches Geld kosten.

Neben den Gegnern gibt es im Quartier rund um das Ostkreuz auch viele Stimmen, die die Tramtrasse in der Sonntagstraße unterstützen. Sie argumentieren unter anderem damit, dass auf diesem Weg der Bahnhof am besten zu erreichen und die Linie ohne Umwege weitergeführt werden könne. Nur so gebe es ein attraktives Angebot für weitere Umsteiger auf den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem bliebe mit der Straßenbahn weniger Platz für Autos, was wiederum für eine Verkehrsberuhigung sorgen würde. Den Initiatoren und Unterstützern des Einwohnerantrags werden nicht zuletzt eigene Interessen unterstellt. Sie wollten einfach keine Tram vor ihrer Haustür.

Der Antrag wird jetzt im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz und Immobilien behandelt.


Thomas Frey / tf
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