Neuer Standort für Wagenburg gesucht

Friedrichshain. Seit Dezember 2011 befindet sich die Wagenburg "Rummelplatz" auf einem Grundstück an der Friedenstraße 85-88. Dort sollte sie eigentlich zum 30. Juni wieder ausziehen.

Denn der Liegenschaftsfonds (Lifo), als Verwalter des Grundstücks hatte den Rollheimern nur eine kurze Zwischennutzung eingeräumt, bis sie eine Ersatzfläche gefunden haben. Aber genau das erweist als schwierig.Der Rummelplatz hatte bis Ende vergangenen Jahres seinen Standort am Nöldnerplatz in Lichtenberg, den er wegen der Insolvenz des dortigen Mieters verlassen musste. Der Bezirk Lichtenberg hatte der Wagenburg im Sommer eine Quartier in Hohenschönhausen angeboten, stieß dort aber auf Ablehnung. "Ein Gelände am Stadtrand sehen wir nicht als geeigneten Ort für unser Projekt", heißt es in einer Stellungnahme. Die Gruppe sah sich dadurch "aus dem sozialen Umfeld und dem Schwerpunkt unserer Arbeit aus örtlichem und inhaltlichem Kontext gerissen."

Stattdessen favorisieren sie als neues Domizil ein Areal an der Lichtenberger Fischerstraße. Das wird wiederum vom dortigen Bezirksamt abgelehnt. "Die Fischerstraße eignet sich aus mehreren Gründen nicht", sagt Fabian Peter, Referent von Lichtenbergs Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Zum Beispiel wegen der nahe gelegenen Wohnbebauung. Peter erneuerte gleichzeitig noch einmal die Offerte in Hohenschönhausen. "Es gibt kein Recht auf Wohnen in der Innenstadt für jeden."

Dass der Umzug in die Fischerstraße klappt, hatte wiederum der Liegenschaftsfonds gehofft. "Wenn Lichtenberg das ablehnt, haben wir ein Problem", sagt Sprecherin Irina Dähne. Der Lifo möchte das Gelände an der Friedenstraße frei bekommen, "weil inzwischen Verhandlungen mit möglichen Käufern laufen." Auf dem Grundstück soll ein neues Wohnquartier entstehen.

Kommt es zu keiner Einigung, bleibt in letzter Konsequenz nur eine Zwangsräumung. "Aber die wollen wir wenn möglich vermeiden und setzen auf eine einvernehmliche Lösung", betont Irina Dähne. Das betonen auch die Bewohner vom Rummelplatz, machen aber klar: "So lange es keine Alternative gibt, werden wir bleiben uns auf den Winter einrichten."


Thomas Frey / tf
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