Nicht alle Baustellen werden in diesem Jahr fertig

Schüler der Ludwig-Hoffmann-Grundschule in ihrem neuen Erweiterungsbau. Er wurde im Februar eingewiht und kostete insgesamt 6,5 Millionen Euro. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Bis zum Jahresende sollen im Bezirk Bauarbeiten im Wert von exakt 23,285 Millionen Euro abgeschlossen werden. Das Geld verteilt sich auf insgesamt 55 Gebäude. Auf der Liste der Bauprojekte steht auch die Flatow-Sporthalle, Vor dem Schlesischen Tor 1, wo für die Sanierung des Dachs und der Brandmeldeanlagen sowie der Ausbesserung von Rissen im Gemäuer knapp 400 000 Euro investiert wurden.

Mehr als eine halbe Million Euro waren es in der Hausburgschule, Hausburgstraße. Sie bekam einen Erweiterungsbau und ebenfalls besseren Brandschutz.

Noch mehr Geld, nämlich 679 000 Euro kostete die Dachsanierung im Andreas-Gymnasium in der Koppenstraße 76. Die BIG-Kita, Hildegard-Jadamowitz-Straße 1, bekam 719 000 Euro für einen ernergetischen und denkmalgerechten Umbau, das Familienzentrum in der Waldemarstraße sogar knapp 900 000 Euro. Weitere 320 000 Euro werden dort 2013 für die Kellersanierung eingesetzt.

Auch bei anderen Bauvorhaben gehen die Arbeiten im kommenden Jahr weiter. "Das hängt natürlich vor allem mit der Mittelvergabe zusammen", erklärt Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne). Das Geld gibt es oft in Etappen über einen längeren Zeitraum." Was natürlich an vielen Stellen zu Beeinträchtigungen für die Nutzer, Mitarbeiter und Kunden führt. Etwa im Gesundheitsamt in der Urbanstraße. Dort laufen die Arbeiten bereits seit vergangenen Jahr, erst 2013 soll aber mit einer Summe von über 1,4 Millionen Euro der Löwenanteil verbaut werden. Außerdem sorgten Schadstoffe im Keller für weitere Probleme und Verzögerungen.

Dass Baustellen nicht termingerecht fertig werden und gleichzeitig mehr als geplant kosten, ist ein weiteres, immer wiederkehrendes Problem. Auch in der aktuellen Liste finden sich dafür einige Kandidaten. Aufgeführt ist dort zum Beispiel ein Posten über 200 000 Euro für die Schadstoffsanierung in der Modersohn-Grundschule in der Niemannstraße. Ein Problem, an dem dort bereits seit 2010 gearbeitet wurde. Auch das Bürodienstgebäude am Halleschen Ufer ist dort noch einmal mit Investitionen in Höhe von 155 000 Euro aufgeführt, unter anderem für die Abdichtung des Kellergeschosses. Auch dieser Umbau lief bereits 2008 und verteuerte sich seither von ursprünglich knapp 100 000 Euro, auf letztendlich etwa 1,5 Millionen.

Ebenfalls eine fast unendliche Baugeschichte läuft seit Jahren an der Hector-Petersen-Oberschule am Tempelhofer Ufer. Seit 2010 wird dort der Schulpavillon saniert. Ein Datum, wann dort alles fertig ist, gibt es bisher nicht.

Die 23 Millionen für die Baumaßnahmen in diesem Jahr kamen aus den unterschiedlichsten Geldtöpfen, etwa dem Schul- und Sportanlagensanierungs- oder dem Umweltentlastungsprogramm, Städtebaulicher Denkmalschutz, Investitionsförderung oder aus der baulichen Unterhaltung des Bezirks. Trotz dieser auf den ersten Blick eigentlich üppigen Summe wird weiter ein Sanierungsstau beim Erhalt öffentlicher Gebäude beklagt. Aber der ist derzeit nicht das Hauptproblem. "Wir werden in den kommenden Jahren wahrscheinlich keine so lange Liste mit Baumaßnahmen mehr vorlegen", machten Stadtrat Panhoff und die Verantwortlichen im Immobilienservice klar. Der Grund sei der vom Senat verlangte Personalabbau. Selbst wenn das nötige Geld da sei, nütze das nichts, wenn es nicht genügend Mitarbeiter in der Verwaltung gebe, die den Einsatz der Mittel planen und begleiten können.


Thomas Frey / tf
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