Notübernachtungen melden volle Häuser

Friedrichshain-Kreuzberg. Die teilweise sehr kalten Nächte in den vergangenen Wochen haben wieder einmal deutlich gemacht: Das derzeitige Angebot an Notübernachtungsplätzen im Bezirk reicht häufig nicht aus.

Alle Anbieter melden großen Zulauf. "Wir sind völlig ausgebucht", heißt es beispielsweise bei Motz und Co, die 15 Schlafplätze in der Weserstraße bereitstellen. Ähnlich klingt es bei der St. Pius-Kirche in der Palisadenstraße, wo es ebenfalls bis zu 15 Betten gibt. "Wir mussten manche Leute bereits auf andere Einrichtungen verteilen." Großer Andrang wurde dort nicht nur während der Frostnächte Mitte Dezember registriert, sondern "seit der Öffnung Anfang November." Und natürlich gibt es auch großen Zulauf in die Notübernachtung der Berliner Stadtmission in der Johanniterstraße. Dort stehen insgesamt 55 Plätze für Männer und Frauen zur Verfügung. Mit einer eher noch zunehmender Nachfrage rechneten die meisten auch über die Weihnachtsfeiertage.Nach Schätzungen leben in Berlin etwa 10 000 Menschen mehr oder weniger auf der Straße. Diese Zahl ist zuletzt weiter angestiegen. Zum Beispiel weil für manche ihre Wohnung wegen steigender Mieten unbezahlbar wurde. Registriert wird außerdem eine Zunahme von Obdachlosen aus Osteuropa.

Allerdings suchen viele Nichtsesshafte selbst in strengen Winternächten keine Notunterkunft auf. Um sie kümmert sich häufig der Kältebus der Stadtmission und kann manchmal auch jemanden zum Einzug in ein Nachtquartier überreden.

Um weitere Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten, werden jetzt auch Räume im neuen Flüchtlingswohnheim in der Stallschreiberstraße zur Verfügung gestellt.

Die zunehmende Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern unterzubringen kommt als weiteres Problem hinzu. Deshalb hat der Bezirk bis Ende März auch ein Bleiberecht für die Besetzer der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in der Reichenberger-/Ecke Ohlauer Straße ausgesprochen. Das Gebäude soll als Winterquartier für die Flüchtlinge dienen, die seit Oktober in der Zeltstadt auf dem Oranienplatz wohnten.


Thomas Frey / tf
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