Samariterstraße: Weiternutzung für Schulen und Vereine ist fraglich

Friedrichshain. Am 15. März kommt im Amtsgericht Lichtenberg der Gebäudekomplex Samariterstraße 19-20 unter den Hammer. Taxiert wird das Objekt mit einem Verkehrswert von 2,58 Millionen Euro. Dieser Termin betrifft auch den Bezirk. Denn zu der Immobilie gehört eine öffentlich genutzte Sporthalle.

Sie wurde dort im Jahr 2000 im Zuge eines Public Private Partnership errichtet. Der damals noch selbstständige Bezirk Friedrichshain schloss mit dem Investor einen Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück. Der verpflichtete sich im Gegenzug neben einem Geschäftshaus, Kegelbahnen, einer Gaststätte auch das Sportgebäude zu bauen. Es wird seither an die Kommune vermietet, die dafür rund 38 000 Euro im Jahr bezahlte. Das Geld geht allerdings seit 2004 an den Insolvenzverwalter, weil der Eigentümer pleite machte. Deshalb kommt es jetzt auch zur Zwangsversteigerung.Eigentlich, so könnte man meinen, ändert dieser Vorgang erst einmal nichts an der Situation und den Abmachungen. Sie sind vertraglich fixiert und der Erbbauvertrag läuft noch bis zum Jahr 2035. Aber so einfach ist es nicht. "Auf der Immobilie lasten auch hohe Steuerforderungen des Finanzamts", sagt Sportstadt Dr. Peter Beckers (SPD). Sie zu begleichen habe höchste Priorität, wenn das Gebäude einen Käufer findet. Ob der Bezirk gleichzeitig den Erhalt der Sporthalle als ebenso wichtig ins Feld führen kann, ist zumindest strittig. Im Klartext könnte das bedeuten: Es findet sich ein Interessent, der bereit ist, die mehr als 2,5 Millionen Euro zu bezahlen, der aber auf dem Areal andere Pläne hat als eine Sportnutzung. Um aber das Begleichen der Steuerschuld auf keinen Fall zu gefährden, wäre es möglich, dass er trotzdem den Zuschlag erhält. Denkbar ist außerdem, dass ein neuer Eigentümer zwar den Hallenbetrieb weiter zusichert, aber die Miete so stark erhöht, dass sie für den Bezirk zu teuer wird. "Wir setzen uns damit auseinander, aber es muss so nicht kommen", hofft Beckers.

Nutzer der Halle sind derzeit Schulen und vor allem der Verein SG Empor Brandenburger Tor. Beiden müsste im schlimmsten Fall ein Ersatzstandort angeboten werden. Aber wo? Denn schon jetzt gibt es zu wenige Sportanlagen.


Thomas Frey / tf
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