Schulen klagen erneut über mangelnde Sauberkeit

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Leistungen der Putzkolonnen in vielen Schulen waren schon in der Vergangenheit immer wieder ein Problem. Derzeit ist das erneut aktuell. "Vor allem seit Ende vergangenen Jahres haben wir zahlreiche Mängelmeldungen bekommen", bestätigt Schulamtsleiterin Marina Belicke.

Die betreffen die Sauberkeit in den Klassenzimmern ebenso wie auf den Fluren, Toiletten oder in den Sporthallen. Nach Angaben von Belicke habe der Bezirk deshalb bereits einen Teil des eigentlich fälligen Rechnungsbetrags einbehalten und prüfe derzeit eine Abmahnung an das beauftragte Unternehmen.

Die unzureichenden Reinigungsleistungen sind einer Firma zuzuordnen. Die ist in 45 der rund 60 Schulen im Bezirk tätig. Der Grund für den Megaauftrag: "Wir mussten bei der Ausschreibung der verschiedenen Lose dem günstigsten Bewerber den Zuschlag geben", sagt die Schulamtsleiterin. Andere Fragen wie Qualitätsstandards oder Referenzen hätten keine Rolle gespielt.

Genau das wollte Friedrichshain-Kreuzberg bei der Ausschreibung im Jahr 2012 ändern und beispielsweise eine bestimmte Fläche vorgeben, die eine Reinigungskraft maximal in einer Stunde erledigen kann. "Solche und weitere Vorschläge sind aber beim Berliner Vergabeverfahren nicht vorgesehen."

So besteht jetzt die Vermutung, dass der billige Anbieter seinen Auftrag mit wahrscheinlich zu wenig Mitarbeiter ausführt und deshalb nur unzureichend erfüllt. Bereits in früheren Jahren war das immer ein Problem. Reinigungskräfte berichteten schon damals, dass sie für ein Objekt zu wenig Zeit und keine weitere Unterstützung haben oder sogar mehrere Schulen reinigen müssen.

Der Vertrag mit der Firma läuft bis Ende 2015, also noch fast zwei Jahre. Er beinhaltet unter anderem die tägliche Reinigung des Sanitärbereichs. Gleiches gilt für die Sporträume. Die Klassenzimmer müssen in einer Woche an drei und in der folgenden an zwei Tagen gereinigt werden.

Auch wenn diese Leistungen an vielen Stellen so nicht erbracht werden, könnte es trotz einer angedrohten Abmahnung schwierig werden, den Vertrag zu kündigen. Und vor allem wird dann Ersatz benötigt.


Thomas Frey / tf
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