Senat plant Modellversuch mit Blinkzeichen

Lange Wartezeiten und die Überquerung nicht in einer Grünphase: Das wird nicht nur an der Kreuzung Frankfurter Allee/Jung-/Voigtstraße bemängelt. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Fußgängerfeindliche Ampeln bewegen weiterhin viele Bürger. Bereits im August hatte der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) das Ergebnis einer Internetumfrage zu diesem Thema veröffentlicht.

Dort wurden Meldungen über Fahrbahnübergänge gesammelt, an denen es beispielsweise lange Wartezeiten oder sehr kurze Ampelphasen gibt.Von diesem Ergebnis animiert haben inzwischen weitere 200 Berliner online ihren Ärger artikuliert. Bei beiden Umfragen in der Spitzengruppe lag dabei die Kreuzung Frankfurter Allee/Jung- und Voigtstraße in Friedrichshain. Bemängelt wurde hier vor allem, dass Fußgänger zwei Minuten warten müssen, ehe sie ein Grünzeichen bekommen.

Dort sowie auch an anderen Übergängen, etwa entlang der Warschauer Straße, gibt es auch immer wieder das Problem, dass Autofahrer bereits in die Kreuzung einbiegen, obwohl sich dort noch Passanten befinden. Denn für die Fußgänger sprang die Ampel, während sie noch unterwegs waren, von Grün auf Rot.

Um solche gefährlichen Situationen künftig zu vermeiden, will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am 22. November einen Modellversuch mit sogenannten Blinkampeln vorstellen. Getestet werden soll eine Signalfolge, bei der in den letzten drei Sekunden der Grünphase das Ampelzeichen blinkt, ehe es auf Rot springt. Damit soll dem Fußgänger verdeutlicht werden, dass er die Kreuzung zwar noch passieren kann, sich aber beeilen muss. Vor allem Menschen, die nicht so schnell laufen können, sollten dann den Übergang nicht mehr betreten. Autofahrern wird wiederum klar gemacht, dass sie hier noch warten müssen.

Der BUND bewertet allerdings auch diese Idee skeptisch. "Die Maßnahmen werden die Probleme der Fußgänger nicht lösen, sondern führen eher zu mehr Stress", heißt es dort.


Thomas Frey / tf
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