Staatssekretär dämpft Hoffnung auf schnellen Wiederaufbau

Dieser Torso in der Spree blieb von der alten Brommybrücke übrig. Die Brücke lässt noch eine Weile auf sich warten. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Die 1945 zerstörte Brommybrücke soll wieder entstehen. Allerdings wird das länger dauern, als zunächst gedacht.

Stadtentwicklungsstaatssekretär Ephraim Gothe (SPD) bestätigte zwar bei einer Bürgerversammlung am 4. Dezember, dass auch der Senat einen Wiederaufbau der Spreeverbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg wünscht. Die Fertigstellung verlegte er aber in eine eher weitere Zukunft. Noch bis zu zehn Jahren könnten bis dahin noch ins Land gehen, ließ Gothe durchblicken. Gemessen an den inzwischen mehr als zwei Jahrzehnten, die inzwischen mit vielen Ideen und Plänen in Sachen Brommybrücke vergangenen seien, ist das seiner Meinung nach eine nicht nur realistische, sondern auch eher kurze Frist. Der Staatssekretär bezweifelt bereits, dass schon, wie ursprünglich erwartet, bereits 2013 ein Planungswettbewerb durchgeführt werden kann. "Zunächst brauchen wir eine Machbarkeitsstudie". Bestätigt hat er dagegen noch einmal, dass das Bauwerk lediglich von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden soll. Autos oder Busse dürfen nicht passieren. Damit akzeptierte der Senat mit Verspätung eine Forderung des Bezirks. Noch vor einigen Jahren hatte es deshalb Streit gegeben, weil die Landesregierung aus wirtschaftlichen Gründen auch Fahrzeugverkehr zulassen wollte. Aus diesem Grund wurde das Vorhaben 2009 erneut auf die lange Bank geschoben.

Dass ihnen die Brommybrücke auf keinen Fall mehr Autos in ihre Kieze bringt, fanden auch die Bewohner der angrenzenden Kreuzberger Quartiere gut. Einige konnten sich trotzdem nicht wirklich mit einem Wiederaufbau anfreunden. "An dieser Stelle befindet sich eines der geschützten Brutgebiete für Vögel", so der Einwand von Arno Paulus, der als Aktivist gegen den Baumkahlschlag am Landwehrkanal bekannt geworden ist. "Wir brauchen die Brücke und zwar fix", fand dagegen Christoph Albrecht, in den vergangenen Jahren einer der wichtigsten Kämpfer für die Markthalle in der Eisenbahnstraße. Schon allein deshalb, weil bisher mit der Oberbaumbrücke nur eine direkte Verbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg existiere.

Eng verbunden mit weiteren Fortschritten bei der Brommy-Planung steht auch der ebenfalls schon lange versprochene durchgängige Uferwanderweg auf der Kreuzberger Seite. Mit der Eröffnung zumindest eines Abschnitts des Weges ab der Schillingbrücke ist möglicherweise im Jahr 2014 zu rechnen. "Mit den meisten privaten Eigentümern in diesem Bereich bis zur Brommystraße haben wir inzwischen Einigung erzielt oder stehen kurz davor", sagte Bürgermeister Dr. Franz Schulz (Bündnis90/Grüne). Bei Bau des Uferwegs muss dabei gleichzeitig ein barrierefreier Zugang zur neuen Brücke bedacht werden. Beide Vorhaben, Brücke und Uferweg, sollen aus dem Programm "Stadtumbau West" finanziert werden. Allein für die Brommybrücke sind dafür bisher rund vier Millionen Euro veranschlagt.


Thomas Frey / tf
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