Straßenbahnlinie führt durch die Sonntagstraße

Friedrichshain. Am 21. Mai stellte auch der Ausschuss für Umwelt und Verkehr die Weichen für die geplante neue Trassenführung der Straßenbahnlinie 21 in Richtung Ostkreuz.

Er lehnte mit großer Mehrheit einen Einwohnerantrag ab, der eine Durchfahrt der Tram durch die Sonntagstraße verhindern wollte. Lediglich die Piraten standen weiter hinter diese Forderung. Die anderen Fraktionen folgten, wenn auch nicht in allen Punkten, den Ergebnissen der BVG-Untersuchung.

Die hatte mehrere Streckenvarianten anhand verschiedener Indikatoren auf ihre Tauglichkeit geprüft. Entscheidend seien dabei zum Beispiel die Streckenführung, die Umsteigequalität, aber auch die Wirtschaftlichkeit gewesen, erklärte Rainer Döge vom Planungsteam der Verkehrsbetriebe. Dabei habe insgesamt die Route durch die Sonntagstraße klar am besten abgeschnitten. Das gelte erst recht gegenüber der im Einwohnerantrag favorisierten Strecke über die Boxhagener- und Marktstraße mit einem Stummelabzweig zum Ostkreuz.

Diesen Plan forcierte vor allem der Ideenaufruf Zukunft Ostkreuz und dessen Mitglied Carsten Joost. Eine Tram in der Sonntagstraße und weiter in Richtung Bahnhof werde dort zu Nutzungskonflikten auf ohnehin engem Raum führen, war Joost weiter überzeugt. Auch die Ergebnisse der BVG zweifelte er an. "Vieles davon ist Geschmacksache".

Rainer Döge sah wiederum in den Erhebungen der Initiative ein fehlerhaftes Vorgehen. "Wir haben Ihre Ansichten wohlwollend überprüft und uns dabei in Ihren Standpunkt hineinversetzt. Trotzdem blieben Nachteile gegenüber der Sonntagstraße."

Unterstützung bekam er dabei nicht nur von den meisten Ausschussmitgliedern, sondern auch zahlreichen anderen Initiativen. Bereits bei einer Bürgerversammlung im vergangenen Dezember hatten sich zehn Vereinigungen, vom Berliner Fahrgastverband bis zum Bürgerforum Stralau, hinter die Pläne der BVG gestellt.

Wie die Trasse nicht nur durch die Sonntagstraße genau verlaufen soll, wird jetzt Thema beim Planfeststellungsverfahren. Das geschehe natürlich ebenfalls unter umfassender Bürgerbeteiligung, erklärte Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne). Der Baubeginn könnte ab 2016 erfolgen.


Thomas Frey / tf
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