Überarbeitete Pläne für das Freundenberg-Areal

Friedrichshain. In der Diskussion um die Bebauung des Freudenberg-Grundstücks an der Boxhagener Straße liegt jetzt ein neuer Kompromissvorschlag auf dem Tisch.

Demnach hat sich der Investor des Grundstücks, die Firma Bauwert, zu weiterem Entgegenkommen bereit erklärt. Zum einen soll es eine zusammenhängende öffentliche Grünfläche auf dem Areal mit einem Umfang von rund 5500 Quadratmetern geben. Eingerichtet wird auch ein Spielplatz. Desweiteren wird die Bauwert nicht nur das Grundstück für die vorgesehene Kita zur Verfügung stellen, sondern die Tagesstätte mit 90 Plätzen auch auf eigene Kosten bauen. Gleiches gilt für einen Nachbarschaftstreff. Dessen Räume, etwa 150 Quadratmeter Nutzfläche, stellt der Investor fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung und verlangt danach einen Mietpreis von 5,50 Euro pro Quadratmeter. Bereits zuvor wurde zugesagt, dass ungefähr zehn Prozent der Mietwohnungen ebenfalls für 5,50 Euro angeboten werden sollen.

Zugeständnisse, die die Gegner des Bauprojekts aber nicht beruhigten. Sie sprachen ganz im Gegenteil von "einer Frechheit". Nach diesen Plänen würde sich das gesamte Bauvolumen sogar von bisher 68 500 auf jetzt 73 700 Quadratmeter erhöhen, rechnete Carsten Joost von der Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal vor.

Denn als Ausgleich für das zusätzliche Grün sollen einige Gebäude aufgestockt werden. Dabei, sei es bei den Werkstattgesprächen im April eigentlich um eine Verringerung der Baumasse auf eine Marke zwischen 40 000 und 50 000 Quadratmeter gegangen.

Gegen alles

Die Gegner machten erneut klar,dass ihnen eigentlich die ganze Richtung nicht passt. Statt eines Wohnquartiers soll nach ihrer Meinung auf dem Gelände größtenteils eine Grünfläche entstehen. Denn die Gegend gehöre bereits jetzt zu den am dichtesten besiedelten in ganz Berlin. Deshalb sollte der Senat die Fläche am besten kaufen.

Spätestens solche Argumente waren für Bürgermeister Dr. Franz Schulz (B 90/Grüne) "eine Märchenstunde". Stadtentwicklungs-Staatssekretär Ephraim Gothe habe bereits bei den Werkstattgesprächen deutlich gemacht, dass das Land daran nicht denke. Schulz sieht in dem Kompromiss "quantitative und qualitative Verbesserungen." Der Nachbarschaftstreff sei beispielsweise ein ausdrücklicher Wunsch gewesen. Außerdem liege die Baudichte in den benachbarten Quartieren noch höher als jetzt auf diesem Grundstück geplant.

Darauf verwies auch Bauwert-Chef Dr. Jürgen Leibfried. "Da es sich um ein innerstädtisches Gebiet handelt, hätten wir auch nach Paragraph 34 bauen können." Der besagt, dass Vorhaben ohne größere Genehmigung möglich wären und sich lediglich am schon vorhandenen Bestand orientieren müssen. An einer Konfrontation sei ihm aber nicht gelegen gewesen. "Wir erstellen hier auch kein Luxusviertel." Vielmehr soll sich der Mietpreis, abgesehen von dem günstigen Anteil, zwischen acht und 14 Euro bewegen.

Die Diskussionen an dieser Stelle werden aber wohl noch lange nicht zu Ende sein. Ohnehin befindet sich das gesamte Vorhaben noch in einer sehr frühen Phase. Baubeginn ist frühestens im kommenden Jahr.


Thomas Frey / tf
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