150.000 Wohnungen, 24.000 Schüler: Friedrichshain-Kreuzberg statistisch erfasst

Friedrichshain-Kreuzberg ist dicht besiedelt. Das zeigt sich nicht nur bei diesem Blick in Richtung Mehringplatz. (Foto: Thomas Frey)
 
178 Kilometer Straßen, die meist stark frequentiert sind so wie hier die Bergmannstraße, gibt es im Bezirk. Deshalb soll es hier eine Begegnungszone geben. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Wie Berlin tickt, wird jedes Jahr im Statistischen Jahrbuch erfasst. Die aktuelle Ausgabe mit Stichtag 31. Dezember 2015 ist vor kurzem erschienen.

In dem 600 Seiten dicken Werk gibt es natürlich auch viele Angaben zu Friedrichshain-Kreuzberg. Hier eine Auswahl.

Fläche: Friedrichshain-Kreuzberg ist lediglich rund 20 Quadratkilometer groß und damit deutlich der flächenmäßig kleinste Berliner Bezirk. Zum Vergleich: Treptow-Köpenick als größtes Gebiet umfasst 168 Quadratkilometer, also mehr als acht Mal so viel. Die gesamte Stadt hat 891 Quadratkilometer.

Aufteilung: Mehr als die Hälfte, nämlich 11,2 Quadratkilometer, machen Gebäude und Freiflächen aus. Grünanlagen und Erholungsflächen kommen insgesamt nur auf zwei Quadratkilometer. 4,5 Quadratkilometer sind Straßen, Plätze und Wege.

Bevölkerung: Auf diesem Gebiet leben, Stand vor einem Jahr, mehr als 268 000 Einwohner – Tendenz weiter steigend. Denn laut Angaben von Ende Juni 2016 sind es bereits 281.076. 13.819 Menschen leben hier pro Quadratkilometer, so viele wie nirgendwo sonst. 68.366 Friedrichshain-Kreuzberger haben keinen deutschen Pass. Davon stammen 16.330 aus der Türkei, 4376 aus Italien, 3235 sind Franzosen. Es gibt etwas mehr als 164.000 Privathaushalte.

Einkommen: 38 000 Menschen sind ohne eigenes Einkommen, bei weiteren 24.300 liegt der monatlich zur Verfügung stehende Nettobetrag unter 500 Euro, weitere 20.300 müssen mit 500 bis 700 Euro auskommen. Mehr als 1700 Euro netto haben 67.000 Bewohner zur Verfügung.

Arbeitslose: Die Arbeitslosenquote betrug 2015 im Durchschnitt 11,6 Prozent. Vier Bezirke stehen noch schlechter da. Negativer Spitzenreiter ist Neukölln mit 14,8 Prozent.

Bildung und Kultur: Das Statistische Jahrbuch verzeichnet 61 Schulen in Friedrichshain-Kreuzberg. Sie verteilen sich auf 34 Grund- und zwölf Sekundarschulen, sieben Gymnasien, sieben Förderschulen und eine Freie Waldorfschule. Es gibt insgesamt 990 Klassen, die von 24.094 Schülern besucht werden. 11 905 von ihnen haben keine deutsche Herkunftssprache.

Die Musikschule hat 3003 Schüler und 168 Lehrkräfte. Die Bibliotheken verfügen über einen Bestand von 336.718 Medien und zählten 2015 insgesamt 1.438.138 Ausleihen.

Die meisten Theaterbesucher kamen in das Hebbel am Ufer (HAU 1, 2 und 3) an der Stresemannstraße, beziehungsweise dem Halleschen Ufer. Nämlich 59.441 bei insgesamt 675 Vorstellungen. Das Kriminaltheater, Palisadenstraße 48, spielte 397 Mal und begrüßte dabei 49.549 Zuschauer. Im BKA am Mehringdamm 34 waren es bei 350 Vorstellungen 40.000 Gäste.

Sport und Spiel: 31 508 Menschen sind Mitglied eines Sportvereins. Ihnen stehen nur elf große Sportanlagen zur Verfügung, so wenige wie nirgendwo sonst. Immerhin, es gibt im Bezirk 183 Kinderspielplätze. Nur in Mitte (255) und Pankow (218) sind es noch mehr.

Gesundheit: In Friedrichshain-Kreuzberg sind 399 Ärzte niedergelassen, außerdem 658 Heilpraktiker.

Bauen und Wohnen: Im Bezirk wurden 149.321 Wohnungen gezählt. 2015 wurden 82 Baugenehmigungen für Neubauten erteilt, zusammen mit den Genehmigungen für Baumaßnahmen an bestehenden Immobilien waren es 227.

Verkehr: Die Länge der öffentlichen Straßen beträgt 178,1 Kilometer. Sie führen über 38 Brücken. Im Straßenverkehr gab es 11.635 Unfälle. Vier Menschen wurden dabei getötet, 168 schwer und 1488 leicht verletzt. tf

Das Statistische Jahrbuch ist im be.bra Verlag erschienen und kostet 28 Euro.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.