Bezirk zeichnet Mitglieder der Sozialkommission aus

Gruppenbild der Ausgezeichneten, die sich ehrenamtlich in den Sozialkommissionen engagieren. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Sie sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Politik und Verwaltung und den Bürgern: die Mitarbeiter der rund 20 Sozialkommissionen (Soko) in Friedrichshain-Kreuzberg.

Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist der Besuch bei Menschen, die hohe runde Geburtstage oder Ehejubiläen feiern können. Sie überbringen dann die Grüße und Glückwünsche aus dem Bezirk und in manchen Fällen auch die vom Regierenden Bürgermeister oder gar vom Bundespräsidenten.

Einmal im Jahr wird ihnen bei einer besonderen Veranstaltung für diese Arbeit gedankt. Sie fand am 25. Mai in der Studiobühne der Alten Feuerwache in der Marchlewskistraße statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Ehrung für langjährige Tätigkeit in der Sozialkommission. Knapp 20 Frauen und Männer wurden in diesem Jahr für zehn, 20 oder sogar 30 Jahre Dienst ausgezeichnet. Für alle gab es Urkunden und ein Buchgeschenk.

Dazu erhielten 13 Personen die Berliner Ehrenamtskarte. Allen voran Heinz Beyer. Der 83-Jährige ist seit 50 Jahren Mitglied seiner Soko in Kreuzberg und seit 46 Jahren dort Vorsteher. Barbara Lübbermann (62) bringt es inzwischen auf 39 Jahre Engagement. Seit elf Jahren leitet sie ihre Sozialkommission, die für große Teile von SO36 zuständig ist. Dort macht inzwischen auch ihre Tochter mit.

Die Ehrenamtskarte berechtigt ihre Träger zum ermäßigten Besuch zahlreicher Theater und Museen, Parks wie dem Britzer Garten oder dem Schöneberger Südgelände und sogar zu den Heimspielen des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Etwas verwunderlich war allerdings, dass bei Hertha als Rabattzeitraum die Spielsaison 2013/14 angegeben war.

Aber Barbara Lübbermann und wahrscheinlich den meisten anderen war der Wert des Geschenks weniger wichtig als die Würdigung. Nicht nur sie erzählte von manchen traurigen Geburtstagsbesuchen. Vor allem dann, wenn die Mitglieder der Sozialkommission die einzigen Gratulanten sind. Umso dankbarer seien die Jubilare dann, wenn sich die Besucher ein wenig Zeit nehmen. "Statt der geplanten Stunde bleiben wir oft viel länger", sagt auch Horst Martin von der Friedrichshainer Sozialkommission 10 und stellvertretender Vorsitzender der Seniorenvertretung.

Auf solche Schicksale hinzuweisen gehört ebenfalls zu den Aufgaben der Soko-Mitglieder. Gleichzeitig animieren sie die Menschen, Kontakt und Hilfsmöglichkeiten zu nutzen, die es in ihrer Umgebung gibt.

Ihre Arbeit sei ein unschätzbarer Bestandteil gerade für das soziale Zusammenleben im Bezirk, lobte auch Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke). Gut, dass es dafür wenigstens ein Mal im Jahr die verdiente Anerkennung gibt.


Thomas Frey / tf
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