Das Ordnungsamt hat in diesem Jahr rund 30 Veranstaltungen untersagt

Friedrichshain-Kreuzberg. Das Verbot der "Singenden Balkone" am 1. November hat für teilweise heftige Kritik gesorgt. Wie berichtet sah das Ordnungsamt aber wichtige Auflagen durch den Veranstalter nicht erfüllt.

Das war aber nicht die einzige Fete, der das Amt die rote Karte zeigte. Rund 30 Mal hat es in diesem Jahr Veranstaltungen im öffentlichen Raum nicht genehmigt. Das geht aus der Antwort des zuständigen Stadtrats Peter Beckers (SPD) auf eine Anfrage des Grünen-Bezirksverordneten Werner Heck in der jüngsten BVV-Sitzung hervor. Die Gründe dafür waren nach Aussage von Beckers unterschiedlich.

So seien viele der Anmeldungen viel zu kurzfristig eingegangen. Nötig sei ein Vorlauf von mindestens neun Wochen. Manche Anträge kamen allerdings erst weniger als vier Wochen vor dem geplanten Termin.

Die zweite Schranke betrifft bestimmte Tage, die wegen anderer Großveranstaltungen weitgehend tabu sind. Das gelte beispielsweise für den 1. Mai oder das Pfingstwochenende wegen des Karnevals der Kulturen. Wer parallel dazu etwas plant, hat deshalb meist schlechte Karten.

Und zum dritten gebe es weiter die Vorgabe, dass in den Grünanlagen höchstens eine Veranstaltung pro Jahr erlaubt werde. In den meisten Parks ist das aber bereits bisher erfüllt. Abgesehen von diesen Ausschlusskriterien sei es außerdem so, dass viele Bewerbungen unvollständig und die Antragsteller häufig überfordert wären, erklärte der Stadtrat.

Was kein Wunder ist, denn sie müssen unzählige Dinge beachten, von Sicherheitsfragen bis zum Lärmschutz. Hilfe vom Ordnungsamt können sie dabei nur teilweise erwarten. Der Personalabbau zwinge dazu, Leistungen einzuschränken, eine durchgehende Begleitung bei jedem geplanten Fest könne es deshalb nicht mehr geben. Beckers schwebt deshalb vor, dass diese Aufgabe professionelle Unterstützer aus dem Veranstaltungsbereich übernehmen. Was aber mit Sicherheit zusätzliches Geld kosten würde.

Trotz der zahlreichen Ablehnungen verstehe sich das Ordnungsamt nicht als Spaßbremse, betonte der Stadtrat. Das beweist auch die Zahl der in diesem Jahr bewilligten Feste im Bezirk. Das waren rund 130.


Thomas Frey / tf
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