"Ich will raus hier": VOX zeigt traurige Doku über Berlin!

Das Kosmosviertel ist ein sozialer Brennpunkt in Treptow-Köpenick und wurde zu DDR-Zeiten gebaut. Die Mediengruppe RTL begleitete ein Jahr lang die Menschen hier - so auch die Kinder Eileen (2) und ihren Bruder Lennox (6). Die große Reportage läuft über mehrere Stunden am 24.02.2018 auf VOX. (Foto: MG RTL D / Dagmar Stoeckle / Süddeutsche TV GmbH)

BERLIN - Im Rahmen einer großen Samstagsdoku drehte VOX über viele Monate in der Hauptstadt. "Ich will raus hier - Die Kinder vom Kosmosviertel" soll das harte Leben von HartzIV-Familien in Altglienicke zeigen. Detlef Soost besucht außerdem das Berliner Kinderheim, wo er zu DDR-Zeiten mit 9 Jahren gesteckt wurde. 

Berichte über HartzIVer erleben im TV großen Zuspruch. Dabei muss man sich fragen, ob es bei Formaten wie "Frauentausch" oder "Hartz und Herzlich" wirklich immer um das Schicksal der Menschen geht oder eher um peinliche Bilder für die Quote. Die VOX-Reportage "Ich will raus hier - Die Kinder vom Kosmosviertel" klingt zunächst vom Titel auch etwas reißerisch.

Doch tatsächlich gelingt dem Sender, einen sehr realistischen Blick auf das Leben im Kosmosviertel zu werfen. Denn VOX drehte fast ein Jahr dort. Statt Klischees zu bedienen, schickte man Promis zu den Menschen, schenkte Geringverdienern Aufmerksamkeit und hörte Arbeitslosen zu. 

Soost und Boateng besuchen die Kids

Da erleben wir Detlef Soost, der mit Alleinerziehenden vor Ort über sein Leben im Heim spricht. Seine Geschichte soll gerade den Kids im Viertel Mut machen. Denn Detlef sei der Erfolg nicht in die Wiege gelegt worden. Der Profitänzer und Moderator Soost kommt als uneheliches Kind einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters im Bezirk Pankow zur Welt. Die Ehe der Eltern zerbricht, die Mutter ist manisch depressiv, unternimmt mehrfach Selbstmordversuche. Ohne Selbstdarstellung führt Detlef uns an das Haus, wo er seine Kindheit verbrachte - ein ehemaliges Kinderheim.

Traurig ist die Reportage. Denn es sind immer noch zu viele Familien in unserer Stadt, die zwar versuchen, den sozialen Abstieg aufzuhalten, aber nicht können. Häufig erleben die Betroffenen Rückschläge. Und es sind nicht immer nur Menschen ohne Arbeit, die im Kosmosviertel am Existenzminimum leben müssen. Die VOX-Reportage muss feststellen, dass man Berlinern in einer bestimmten Wohngegend häufig den sozialen Status verpasst. Der Sender schafft es aber auch, ein wenig Hoffnung bei den jüngeren Anwohnern zu wecken. VOX holte für die Doku Kevin Prince Boateng mit ins Boot. Denn beim Sport zählt keine soziale Herkunft. Wenigstens während des Spiels.

Sehenswert!

"Ich will raus hier - Die Kinder vom Kosmosviertel" - am 24. Februar, 20:15 Uhr auf VOX.
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