Junge Leute zieht es in den Bezirk / Es gibt zu wenig kleine Wohnungen

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Hauptstadt wächst, und das ist vor allem dem Zuzug von jungen Leuten zu verdanken. Doch wo wohnen sie am liebsten?

Damit hat sich nun eine Studie der "Gesellschaft für Beteiligungen und Immobilienentwicklungen" (GBI) beschäftigt. Das Ergebnis: Wer zwischen 20 und 25 Jahre alt ist, möchte nach Kreuzberg, Mitte oder Friedrichshain. Die Spitzenposition unter allen 96 Berliner Ortsteilen hat Kreuzberg inne. Besonders begehrt sind Wohnungen im Bergmannkiez und am Görlitzer Park. In Mitte leben junge Erwachsene am liebsten in der Nähe des Volksparks Am Weinberg. In Friedrichshain wollen die Zuzügler vor allem in den Nordosten, zum Beispiel in den Samariterkiez, an den Petersburger oder den Boxhagener Platz.

Insgesamt leben in Friedrichshain-Kreuzberg gut 20 000 Menschen, die zwischen 20 und 25 Jahre alt sind, das entspricht knapp 7,8 Prozent der Einwohner und liegt etwas über dem Berliner Durchschnitt. Und es könnten mit Leichtigkeit mehr werden, denn der Ansturm ist groß: "Die jungen Leute wollen nach der Arbeit direkt mit Freizeit- oder Kultur-Aktivitäten anfangen", sagt Stefan Brauckmann von der GBI. Eine zentrale Lage, gute Anbindungen an Bus und Bahn, Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe ständen hoch im Kurs.

Das Wohnungsangebot entspricht jedoch nicht der Nachfrage. Es gibt in Friedrichshain-Kreuzberg nur relativ wenig kleine Wohnungen und Ein-Personen-Haushalte. Die Alternative, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, ist nicht billig. Laut Studie liegt der Zimmerpreis in Kreuzberg bei 375 Euro, in Friedrichshain, das inzwischen zu den teuersten Gebieten zählt, sogar noch höher. Wenn die Mieten weiter stiegen, könne das die Attraktivität für junge Leute mindern, so Brauckmann. In Prenzlauer Berg und Charlottenburg sei das bereits geschehen.

Bei der GBI, die unter anderem Studentenapartments baut, ist man der festen Meinung, dass mehr kleine Wohnungen in den angesagten Berliner Kiezen geschaffen werden müssen. "Versuche, junge Menschen in andere Stadt-Regionen zu verpflanzen, sind bisher immer kläglich gescheitert", so GBI-Vorstand Reiner Nittka.


Susanne Schilp / susch
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