Protest in der Gürtelstraße / Anschlag auf S-Bahn

Friedrichshain. In der Flüchtlingsunterkunft in der Gürtelstraße halten seit dem 26. August ungefähr zehn Personen das Dach besetzt. Sie drohten, sich herunterzustürzen, sollte die Polizei das Gebäude räumen.

Anlass für die Aktion war die Mitteilung an 108 Flüchtlinge, dass die Prüfung ihrer Asylanträge abgeschlossen sei. Und zwar negativ. Ein Großteil sei bereits in anderen Bundesländern oder Staaten als Flüchtlinge registriert und habe dort Asylverfahren laufen. Sie wurden aufgefordert, dorthin zurückzukehren. Andere hatten Termine bei der Ausländerbehörde nicht wahrgenommen. Bei einem Großteil der Personen handelte es sich um ehemalige Bewohner des Oranienplatzes.

Verbunden mit der Ablehnung war das Einstellen der monatlichen Unterstützung in Höhe von 362 Euro und die Aufforderung, ihre Unterkünfte am 26. August zu verlassen.

Die Polizei sperrte nach der Dachbesetzung die Straße im Bereich des ehemaligen Hostels. Vor den Absperrungen versammelten sich Demonstranten. Sie riefen auch in den Tagen danach zu mehreren Aufzügen auf. Das Ziel vieler jetzt abgewiesener Flüchtlinge war immer wieder der Oranienplatz, wo ein massives Polizeiaufgebot eine erneute Besetzung verhinderte.

Der Brand in einen Kabelschacht der S-Bahn an der Elsenbrücke steht offensichtlich im Zusammenhang mit der Dachbesetzung. Laut einem Bekennerschreiben soll mit dem Anschlag auf die Lage der Flüchtlinge in Berlin aufmerksam gemacht werden. Zehntausende Fahrgäste waren seit vergangenen Donnerstag von den erheblichen Einschränkungen betroffen.


Thomas Frey / tf
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