Wohin mit den Obdachlosen?: Zeltlager am Wriezener Bahnhof sollen aufgelöst werden

Bereits eine Zeltstadt ist dieses Lager an der Wriezener Grünfläche. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Grünanlage Wriezener Bahnhof |

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Zeltlager auf und an der Grünfläche des einstigen Wriezener Bahnhofgeländes entlang der Helsingsforser Straße haben zuletzt für Aufregung gesorgt.

Und es sind nicht nur Klagen mancher Anwohner oder Forderungen aus dem politischen Raum, etwa des CDU-Abgeordneten Kurt Wansner, die das Bezirksamt zum Handeln zwingen. Auf der Anlage gebe es inzwischen einen massiven Rattenbefall, sagt Ordnungsstadtrat Andy Hehmke (SPD). Vom Müll ganz zu schweigen. Ein normaler Kammerjägereinsatz reiche da nicht mehr aus.

Schon wegen der konzertierten Aktion gegen die Nager soll das Camp geräumt werden. Genau genommen handelt es sich um mehrere Lager in diesem Gebiet. Eine Größeres befindet sich unweit der Grundstücksgrenze zum Berghain-Club. Einzelne solcher Behausungen sind in der Grünanlage aufgeschlagen. Bewohnt werden sie von Obdachlosen, häufig aus Polen. Ihre Zahl schwankt nach Schätzungen zwischen um die 30 und mehr als 50. Wie zu hören war, sollen sie für das Areal jetzt Platzverweise bekommen. Durchzusetzen ist das wohl nur mit Hilfe der Polizei. Aufgrund des Rattenbefalls soll das möglichst schnell passieren. Wahrscheinlich noch in diesem Monat.

Die Frage ist nur, was passiert dann mit den bisherigen Bewohnern? Entweder sind sie nach kurzer Zeit wieder zurück oder sie suchen sich andere Plätze und das Problem wird nur verlagert. Denn die Wriezener Freifläche ist schon jetzt längst nicht der einzige Ort im Bezirk, wo sich Obdachlose niedergelassen haben. Sie finden sich an vielen Orten: am Ostbahnhof und unter der Bahnbrücke an der Frankfurter Allee; in der Umgebung der Oberbaumbrücke und vor dem Rathaus Kreuzberg, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ein Bezirk allein sei mit dieser Problematik überfordert, meint Andy Hehmke. Helfen müsse der Senat, gerade was Betreuung und Unterbringung anbelangt.

Doch, selbst wenn es Übernachtungsmöglichkeiten gibt, werden sie wirklich angenommen? Und die wirkliche Herausforderung kommt erst noch, in den kommenden kalten Monaten. tf
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