Autobahnbau bis Storkower Straße?

Friedrichshain. Am 16. Bauabschnitt der Autobahn A 100 zwischen Neukölln und der Elsenbrücke wird inzwischen gebaut. Auch für das anschließende 17. Teilstück sollen noch in diesem Jahr weitere Fakten geschaffen werden.

Die Bundesregierung will diese Etappe in ihren Entwurf des Bundesverkehrswegeplans aufnehmen, der im Oktober veröffentlicht werden soll. Allerdings mit einer Veränderung. Statt wie bisher vorgesehen an der Frankfurter Allee, soll der Abschnitt an der Storkower Straße enden.

Das wurde inzwischen auch in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage von Abgeordnetenhausmitglied Harald Moritz (Bündnis90/Grüne) im Parlament bestätigt. Eine Zusatzuntersuchung zur aktuellen Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans habe ergeben, dass die Anschlussstelle Frankfurter Allee aufgelöst und die Autobahn weiter nördlich an der Storkower Straße durch einen plangleichen Knotenpunkt angebunden werden sollte, heißt es in der von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler herausgegebenen Stellungnahme.

Sie bleibt ansonsten zum aktuellen Stand des 17. Bauabschnitts eher vage. „Zum derzeitigen Zeitpunkt ist es nicht absehbar, wann weitere Planungsschritte eingeleitet werden“, ist zu lesen. Verwiesen wird allerdings auf das vom Bundesverkehrsministerium weiter verfolgte Ziel, die A 100 nicht an der Elsenbrücke enden zu lassen. „Hieraus entsteht für die Auftragsverwaltung des Landes Berlin ein gesetzlicher Planungsauftrag.“

Kommt es eines Tages wirklich zu diesem Autobahnbau, wird er Friedrichshain höchstwahrscheinlich über weite Strecken in einem Tunnel unterqueren. Erste Vorkehrungen dafür werden bereits im Rahmen des Ostkreuz-Umbaus durch entsprechende unterirdische Rohbauten geschaffen. Im Bereich des S- und U-Bahnhofs Frankfurter Allee sollte die Schnellstraße bisher wieder an die Oberfläche kommen.

Für Harald Moritz bedeutet die neue Idee mit dem Knoten Storkower Straße einen weiteren Zuwachs an Problemen. Die Umplanung werde zu Schleichwegen durch den Kiez führen, ist er überzeugt. Vor allem ärgert ihn aber, dass die Umplanung erst durch seine Anfrage bekannt wurde. „Der Senat darf sich nicht wundern, dass er mit seinem intransparenten Gebahren immer mehr Bürgerinnen und Bürger gegen sich aufbringt“, findet Moritz.

Die Grünen sind, ebenso wie die Linke grundsätzlich gegen die Verlängerung der A 100 und hätten schon den 16. Bauabschnitt gern verhindert. Auch große Teile der SPD stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Unterstützt wird das Vorhaben dagegen vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller und seinem Stadtentwicklungs- und Verkehrssenator Andreas Geisel (beide SPD) sowie von der CDU.

Es ist allerdings, trotz der geplanten Aufnahme in den Verkehrswegeplan, noch nicht in trockenen Tüchern. Dafür sorgen weitere Fragen zur vorgesehenen Trassenführung sowie Einwände und Proteste gerade in Friedrichshain. Auch der zeitliche Rahmen weist in weitere Ferne. Spruchreif wird die Verlängerung frühstens ab 2022. So lange dauert der Bau bis zur Elsenbrücke. tf
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