Eine Spur nur für Radler? Senat prüft "neue Formen der Verkehrsführung" in der Frankfurter Allee

Berlin: Frankfurter Allee |

Friedrichshain. Eine hohe Verkehrsdichte sowie Nutzungskonflikte sind wie regelmäßig überschrittene Feinstaubwerte seit Langem Probleme an der Frankfurter Allee.

Das scheint inzwischen auch die Landesebene erkannt zu haben. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will jetzt prüfen, ob dort im kommenden Jahr "neue Formen der Verkehrsführung" erprobt werden können, um zumindest teilweise Abhilfe zu schaffen. Konkret soll das im Bereich zwischen Proskauer Straße und dem S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee geprüft werden. Einige Ideen hat die Stadtentwicklungsverwaltung bereits aufgelistet. Denkbar sei zum Beispiel in Richtung stadtauswärts, den rechten der drei Fahrstreifen dem Radverkehr zur Verfügung zu stellen. Gerade das Nutzen des Gehwegs sowohl durch Fußgänger als auch durch Fahrradfahrer sorgt regelmäßig für Ärger. Auch überfahrbare Gummischwellen, die die Sicherheit der Radler gegenüber den Autofahrern erhöhen, könnte es geben. Ebenso wie weitere Ladezonen.

Verwunderung über Vorstoß

Zu diesen und weiteren Fragen würden in Kürze Untersuchungen stattfinden, die "in enger Abstimmung" mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg erfolgen.

Bisher habe es dazu aber nur ein erstes, eher allgemeines Gespräch gegeben, sagt Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis 90/Grüne). Dass die Senatsverwaltung bereits jetzt an die Öffentlichkeit ging, habe ihn etwas verwundert. Panhoff vermutet im Fahrrad-Volksbegehren einen Grund für den Vorstoß des Senats. Die Rad-Aktivisten fordern an den Hauptverkehrsstraßen einen Radweg in jeder Richtung. "Dafür würde ich auch hier plädieren."

Das weitere große Thema ist der Feinstaub. Regelmäßig werden an der Messstelle in der Frankfurter Allee mehr als die pro Jahr erlaubten 35 Tage registriert, an denen die Feinstaubbelastung über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegen darf. Ob sich das aber mit weniger Fahrspuren für den Autoverkehr, aber damit auch mehr Stop and Go ändern lässt, bleibt die Frage.

Er sei auf jeden Fall gespannt über die weiteren Debatten, sagt der Stadtrat weiter. Zumal die Senatsverwaltung die Veränderungen, die sie auf der Straße wolle, auch bezahlen müsse. tf
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