Störfaktor Bauwagen am Weidenweg

Ein Bauwagen, zwei Container und eine Toilette stehen bereits seit vergangenen Sommer auf dem Weidenweg. (Foto: Thomas Frey)
 
Am Rosengarten wird bereits auf den Umbau und den Einsatz der Azubis hingewiesen. Auch am Weidenweg soll jetzt darüber informiert werden. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Weidenweg |

Friedrichshain. Zwei Autos kommen an dieser Stelle derzeit nicht vorbei. Eines muss warten, was bisweilen einen Rückstau nach sich ziehen kann.

Die Ursache dafür ist ein Bauwagen sowie zwei Container und eine mobile Toilette, die sich bereits seit Juni 2015 auf dem Straßenland des Weidenwegs befinden. Exakt kurz hinter der Kreuzung Auerstraße gegenüber den Hausnummern 7 bis 11.

Solche Hindernisse im Straßenverkehr gibt es ja immer wieder. Aber meist sind sie dann einer entsprechenden Baustelle zuzuordnen. Einschließlich der Bauarbeiter, die sich dort aufhalten. Sie könne sich aber nicht erinnern, dass sie an dem Bauwagen überhaupt schon einmal Menschen gesehen habe, meint eine Anwohnerin. Und erst recht nicht in den vergangenen Monaten. Aus welchem Grund, so fragt nicht nur sie, stehe er deshalb dort? Und warum an dieser Stelle und auf der Straße? Wo gleichzeitig der Verkehr auf dem Weidenweg, wegen der aktuellen Sperrung der Auerstraße in Nord-Süd-Richtung zugenommen habe?

Antworten darauf gibt es vom Bereich Tiefbau und Landschaftsplanung im Bezirk. Wagen, Container und Toilette gehörten zur Baustelle im nahe gelegenen Rosengarten. Der wird nämlich umgestaltet. Zuletzt passierte dort aber wegen der Witterungsverhältnisse nichts. "In den Wintermonaten wird eher selten draußen gebaut", sagt Amtsleiter Axel Koller. Ab Ende März soll sich das wieder ändern.

Koller hält auch den Standort für die begleitende Baustelleneinrichtung ganz gut gewählt. Der Weidenweg sei anders als die parallel verlaufende Karl-Marx-Allee keine übergeordnete Verkehrsverbindung. Auch wenn er von manchen Autofahrern als Ausweichstrecke genutzt werde. Deshalb sieht er den zweckentfremdeten Straßenabschnitt nicht allzu störend. Und vielleicht, so könnte man zumindest vermuten, soll er sogar als Nebenwirkung Raser und Ortsfremde abhalten.

Dass der Bauwagen auch während der Kälteperiode an seinem Platz blieb, obwohl er nicht gebraucht wurde, hängt wiederum mit dem Bauvorhaben zusammen. Er gehört samt weiterem Equipment dem Bezirk Lichtenberg und deshalb wird auch keine Standmiete fällig. Vielmehr würde ein Ab- und Wiederaufbau Geld kosten.

Lichtenberg stellt außerdem die Arbeitskräfte im Rosengarten. Nämlich in Form von Lehrlingen im Grünflächenbereich, die der Nachbarbezirk im Rahmen einer Kooperation teilweise auch für Friedrichshain-Kreuzberg mit ausbildet. Nicht nur der ausschließlich von Azubis getätigte Umbau ist eine Besonderheit, sondern auch, dass dieses Vorhaben zu den Projekten gehört, die im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 in den Bezirken gefördert werden. Schwerpunktmäßig findet die IGA im kommenden Jahr in Marzahn-Hellersdorf statt.

Mit dem Hintergrund der Gartenarbeiter erklärt Axel Koller auch, warum die manchmal selbst bei warmem Wetter nicht vor Ort anzutreffen sind. Denn an einigen Tagen haben die Azubis theoretischen Unterricht oder müssen anderen Tätigkeiten nachgehen.

Deshalb wird der Umbau im Rosengarten noch fast das ganze Jahr andauern. Er soll nach derzeitigem Stand am 30. November beendet sein.

So lange bleibt auch der Bauwagen. Er wird wahrscheinlich bei einigen Anwohnern weiter für Ärger sorgen, selbst wenn sie nun wissen, warum er hier steht. Um sie darüber aufzuklären, will das Grünflächenamt am Straßenhindernis jetzt ein Bauschild aufgestellen. Damit jeder darüber informiert wird, was hier passiert, auch wenn gerade nichts passiert. tf
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