„Wo sollen unsere Autos parken?“

Die Sonntagstraße mit Straßenbahn und Fahrradweg. Für parkende Autos bleibt dann weniger Platz. Animation: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Büro renderwerke. (Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Büro renderwerke)
Berlin: Sonntagstraße |

Friedrichshain. Die Straßenbahnlinie 21 soll voraussichtlich ab 2019 direkt zum Bahnhof Ostkreuz fahren. Ihre Trasse wird deshalb verlegt. Statt wie bisher durch die Boxhagener Straße biegt die Tram an der Holteistraße ab und führt dann durch die Sonntagstraße.

Die ersten Untersuchungen für das kommende Planfeststellungsverfahren liegen inzwischen vor und wurden bei einer Bürgerinformation am 17. September präsentiert. Sie sehen vor, dass es in der Sonntagstraße auch eine Haltestelle geben wird. Außerdem ist auf jeder Seite ein Fahrradstreifen geplant.
Abstriche gibt es dagegen bei den Parkplätzen. Nach der von der BVG favorisierten Variante werden von den bisher 161 Stellflächen nur noch 56 übrig bleiben. Nicht nur das sorgte für Protest mehrerer Anwohner. „Wo sollen wir unsere Autos parken?“, kam von dort die Frage. Möglicherweise gibt es für sie Alternativen in dem Abschnitt der Boxhagener Straße, wo die Straßenbahn künftig nicht mehr fahren soll. Aber letztlich sei es das Problem der Betroffen, wo ihr fahrbarer Untersatz noch eine Lücke findet, ließ sich die Replik von Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne) zusammen fassen. „Ich bin sicher nicht bereit, dafür Straßenbäume zu opfern.“
Das Fahrzeugabstellproblem der Anlieger könne vielleicht auch behoben werden, wenn die Sonntagstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden würde, meinte eine Vertreterin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs. Panhoff brachte stattdessen die Idee ins Spiel, hier das Einrichten einer weiteren Begegnungszone zu prüfen. Eines der Pilotprojekte dafür, das auf das gleichberechtigte Agieren aller Verkehrsteilnehmer hinausläuft, soll in der Kreuzberger Bergmannstraße eingerichtet werden.
Andere bisherige Planungsvorgaben sorgten vor allem für Detailfragen. Etwa an der Holteistraße, wo es ebenfalls einen neuen Haltepunkt gibt. Am Ostkreuz wird der unter den Ringbahngleisen eingerichtet. „Da haben wir schon wegen der vollendeten Tatsachen durch den Umbau wenig Alternativen“, sagte Jürgen Sember von der Abteilung Betriebskoordination Straßenbahn bei der BVG. Vom Ostkreuz soll die Linie weiter über die Lichtenberger Marktstraße führen, wo sie dann wieder auf ihre bisherige Trasse in Richtung Oberschöneweide einbiegt.
Vom Ende der Arbeiten an diesem Verkehrsknotenpunkt ist auch der weitere Zeitplan für die neue Straßenbahnstrecke abhängig. Zur Zeit ist für die Einweihung das Jahr 2019 angepeilt. Aber das kann sich noch ändern. tf
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