IGA 2017 Personal in der Kritik: Rauchen, Fläzen und Telefonieren!

Oft steht das Personal nur rum (li.). Nach dem man von der Treppe aufgestanden ist und eine Besucherin an den Geldautomaten gelassen hat, wurde ein Raucherpäuschen gestartet. Die Besucherin hatte ein Kleinkind dabei!
 
Wichtiger Anruf oder null Bock? Diese Mitarbeiterin kniet in der Eingangszone am Blumenberger Damm und telefoniert angeregt. Nebenbei beschäftigt sie sich mit Steinen.

BERLIN - Die Parkaufsicht der Internationalen Gartenausstellung soll Besuchern ein sicheres Gefühl geben. Doch stattdessen stehen Mitarbeiter mit Glimmstengel an Geldautomaten, paffen dreist vor den Gästen. Auch Kinder mussten den Gestank riechen. Die Chaos-Aufsichtstruppe der IGA 2017 vermittelt vor allem eins: Langeweile und ein Problem mit der Nikotinsucht.

Damit wir uns nicht missverstehen: Wer rauchen will, soll es tun. Doch bitte - wie viele Arbeitnehmer auch - in der Pause, nach Feierabend und in den dafür bestimmten Bereichen. Aber nicht vor dem Besucher-Haupteingang, an Geldautomaten und schon gar nicht vor Kleinkindern. Am 3. August 2017 beobachtete ich zwischen 17 und 17:30 Uhr folgende Szene am Eingang Blumenberger Damm: "Das Kind ohne Kinderkarte bitte mal hier durchkommen." Das hörte ein Elternteil nicht, aber ich zufällig. Dann wurde folgende Szene festgehalten: Die Parkaufsicht kam mit Glimmstengel in der Hand zu den Besuchern. Der blaue Dunst geriet direkt in die Augen des Kindes. 

Personal genervt: "Jetzt musste aufstehen..."

Nur wenige Minuten später zur rechten Seite am genannten Haupteingang: Eine Mitarbeiterin der Parkaufsicht fläzte sich in Dienstkleidung vor dem Geldautomaten der Berliner Volksbank. "Jetzt musste aufstehen...", feixte ihr Kollege, als eine Frau mit Kind kam. Darauf steckte sich die Mitarbeiterin erstmal eine Fluppe an. Die zweite Rücksichtslosigkeit gegenüber den Kleinsten. Nur 10 Minuten später rauchten unmittelbar an den Toiletten weitere drei Angestellte der IGA, erkennbar an Ausweisen in der Hand. Die Zigaretten wurden dabei auffällig oft in der geballten Hand gehalten. Missachtet man hier ein geltendes Rauchverbot? Auch eine andere Angestellte rauchte nur wenige Meter weiter. Ich führte nun Strichliste, dokumentierte als Tourist getarnt alles genau.

Die Bilanz: 14 Zigaretten innerhalb von 32 Minuten, allein am Eingang Blumenberger Damm. Zwei Personen davon langweilten sich - so der subjektive Eindruck - sichtlich. Eine weitere Mitarbeiterin beim Verleih für Kinderbollerwagen telefonierte über einen längeren Zeitraum, vertrieb sich das Warten mit Steine zählen oder sortieren. Das alles war sichtbar für Besucher, die auf das IGA-Gelände vom Blumenberger Damm ankamen. Die Beobachtungen endeten am Donnerstag, 3. August, mit Beginn des Unwetters gegen 18 Uhr. 

Fazit: Wie peinlich für eine Weltausstellung

Die Parkaufsicht hat am vergangenen Donnerstag ein schlechtes Bild abgegeben. Es ist auch kein Geheimnis, dass es sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oft um Aushilfen, angeblich sogar 1-Euro-Jobber vom Arbeitsamt handeln soll. Niemand soll deswegen kritisiert werden. Im Gegenteil: Es ist schön, wenn in der Saison Arbeitssuchende oder Studenten sich bei der IGA 2017 etwas dazuverdienen können. Es verdeutlicht aber auch ein großes Problem: Professionelle Sicherheitsdienste, die deutlich mehr kosten, verhalten sich in der Regel anders. Denn auch wenn es mal langweilig ist, muss eine gewisse Autorität und Verantwortung vermittelt werden. Deshalb hier öffentlich und in aller Deutlichkeit: Rauchen im Eingangsbereich und vor Kunden ist bitte zu unterbleiben! Danke.
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Fritz Faustmann aus Marzahn | 26.08.2017 | 12:54  
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