Studie zum Wirtschaftsstandort Friedrichshain-Kreuzberg vorgestellt

Friedrichshain-Kreuzberg. Dienstleistungsfirmen, Kreativunternehmen und freiberufliche wissenschaftlich-technisch Tätige sind unter den Gewerbetreibenden im Bezirk besonders stark vertreten.

Ganz neu ist diese Erkenntnis nicht. Sie wurde jetzt in einem "Handlungskonzept für den Wirtschaftsstandort Friedrichshain-Kreuzberg" noch einmal bestätigt. In der Studie der Regionomica GmbH geht es nicht nur um den Ist-Zustand, sondern vor allem um Strategien für die künftige Wirtschaftsförderung. In dieser Richtung hatte Regionomica-Geschäftsführer Michael Göbel bei einer Präsentation im Wirtschaftsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung einige Forderungen. Sie beziehen sich vor allem auf die Sicherung der bestehenden Gewerbestruktur und das Ausweisen weiterer Standorte. Viele alteingesessene Handwerksbetriebe sind einem starken Verdrängungsdruck aufgesetzt. Das Ergebnis ist eine zunehmende Monostruktur in einigen Kiezen. Ein Lokal reiht sich an das nächste, aber ein Schuhmacher und manchmal sogar ein Bäcker sind nur noch schwer zu finden. Im Graefekiez versucht der Bezirk mit einem Verbot für die Ansiedlung weiterer Gastronomiebetriebe gegenzusteuern.

Ein weiteres Problem sind fehlende Gewerberäume. Die vorhandenen sind zu über 90 Prozent belegt. Und derzeit scheint es eher einen Ab-, als einen Ausbau zu geben. Etwa am Erkelenzdamm, wo die Nutzer jetzt ausziehen müssen. Dazu kommt das Umwandeln von Geschäftsflächen in Wohnungen. Ein Trend, der so gewollt war, wie Lothar Ausschussmitglied Jösting-Schüßler (Die Linke) sagte. "Ich kann mich noch an einen SPD-Antrag erinnern, wo es nur um wohnen, wohnen, wohnen ging." Die Schattenseiten dieser einseitigen Orientierung würden sich jetzt zeigen.

In der Studie werden rund ein Dutzend Grundstücke und Entwicklungsquartiere aufgelistet, bei denen eine Gewerbeansiedung zumindest geprüft werden sollte. Denn der Bestand von Handwerk, Handel und Dienstleistungen sei ein wichtiger Faktor einer funktionierenden Infrastruktur, so Michael Göbel. Das wurde insgesamt so gesehen. Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses wollen künftig bei Fragen der Stadtentwicklung ihre Belange noch stärker vorbringen.


Thomas Frey / tf
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