Verstärkte Kontrolle: Einsätze in Feierkiezen angekündigt

Mit Pantomimen, die das nächtliche Straßenpublikum zu mehr Rücksicht animieren sollten, begann vor zwei Jahren das fair.kiez-Projekt. Neben solchem, eher auf Konsens ausgerichtetem Vorgehen sind für diesen Sommer in manchen Bereichen auch mehr Einsätze von Instanzen mit Sanktionsmöglichkeiten vorgesehen. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. So langsam kommt der Sommer. Und damit verlagern sich viele Aktivitäten ins Freie. Sehr zum Leidwesen von Bewohnern in angesagten Quartieren in Friedrichshain-Kreuzberg. Denn mit der warmen Jahreszeit steigt dort der Lärmpegel.

Den jährlichen Klagen, dass gegen die gestörte Nachtruhe bisher viel zu wenig unternommen wurde, will der Bezirk jetzt mit ausgeweiteten Kontrollen begegnen. Nach Angaben von Wirtschafts- und Ordnungsstadtrat Andy Hehmke (SPD) werden sie in zehn Gebieten stattfinden. Er nannte dabei für Kreuzberg den Bergmann-, Graefe und Wrangelkiez, die Oranienstraße sowie die Gegend von der Pücklerstraße bis zum Spreewaldplatz. Friedrichshain ist mit der Revaler Straße einschließlich Boxhagener Kiez, Warschauer Straße und Helsingforser Platz, der Mühlenstraße, Ostkreuz mit Sonntag- und Wühischstraße sowie südlich davon mit dem Gebiet am Markgrafendamm vertreten.

Das Ordnungsamt wird in diesen Partyzonen auch durch sogenannte Spät-Spät-Schichten im Einsatz sein. Das bedeutet, an manchen Wochenenden auch noch nach 22 Uhr. Ebenfalls unterwegs sind das Umweltamt, die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht und natürlich die Polizei.

Dass damit alle Begleiterscheinungen nächtlichen Treibens verschwinden, glaubt auch der Stadtrat nicht wirklich, denn das Ordnungsamt könne schon aufgrund seiner Personalstärke gar nicht überall präsent sein. Erhofft werden sich aber Erkenntnisse, wie nicht nur mit dem Lärmproblem weiter umgegangen werden soll.

Ohnehin bedeutet die verstärkte Präsenz nur einen Baustein. Ebenso wichtig seien Mediation, Moderation und Kommunikation im Rahmen des fair.kiez-Projekts für einen stadtverträglichen Tourismus. Dafür erhält der Bezirk aus dem Topf der Tourismusabgabe 40 000 Euro vom Senat. Friedrichshain-Kreuzberg als beliebtester Aufenthaltsort für Feierfreudige brauche aber mehr Geld, forderten Hehmke und Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) in einem Brief an Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Grüne). tf
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Waltraud Both aus Kreuzberg | 22.05.2017 | 09:23  
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